Cachi – Parque Nacional Los Cardones – Cafayate – Quebrada de Las Conchas – Germanía – Lago Cabra Corral – Salta

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Tag 6 – Cachi nach Cafayate

Heute steht uns mit 270km der längste und kälteste Tag bevor. Nichtsahnend starten wir morgens mit Sonnenschein und fahren Richtung Nationalpark „Parque Nacional Los Cardones“. Zu Beginn des Parks duftet es herrlich nach dem Meer aus 1000 gelben Blumen.

Ein kleines possierliches Tier überquert schnell vor uns die Straße…eine Hasenmaus? Wir halten und sehen es in den Büschen verschwinden, können es jedoch nicht ganz ausmachen. Eventuell haben wir jedoch im letzten Kaktuswald bereits eine Hasenmaus und keinen dicken Hasen gesehen, auf den Schwanz hatten wir nicht geachtet… Alle die keine Ahnung haben wie eine Hasenmaus aussieht hier ein Bild (leider nur aus dem Internet!).

Der Kandelaberkaktus ist ein gutes Beispiel für die Adaption der Vegetation in solch einer trockenen Region. Sie können Wasser hervorragend speichern, haben tiefe Wurzeln und überleben somit die Dürre. Jedoch sind die ersten 8-10 Jahre eines nur bis zu 5cm großen Kaktus kritisch, da sie kaum Wasser speichern können. Tatsächlich schafft es schätzungsweise nur 1 von 80000 Samen einer Kaktusfrucht zu einem großen Kaktus heranzuwachsen. Überlebenswichtig ist, dass die Saat bei einer „Nanny“, dem Kreosotbusch, keimt. Hier findet der junge Kaktus in den ersten Jahren Schutz vor Sonne, Frost und auch feuchteren Boden. Da die Kandelaberkakteen nur bis 1cm pro Jahr wachsen, könnt ihr euch vorstellen wie alt die Riesen in diesem gigantischen Kaktuswald hier sein mögen. Die größten erreichen eine Höhe von bis zu 10m!

Auch wenn es deutlich mehr Kilometer sind, haben wir uns entschieden heute nicht weiter auf der Schotterpiste Richtung Süden zu fahren, sondern einen der schönsten in Argentinien gelobten Pässe zu überqueren. Wir fahren also auf der Route 33 zunächst grob Richtung Salta und dann auf Asphalt am Nachmittag runter nach Cafayate. Die Straße steigt steil an als wir den Nationalpark verlassen und die Sonne verschwindet hinter dichten Wolken. Wir müssen anhalten um eine zweite Hose und Jacke anzuziehen. Kurz später fahren wir durch dicke Nebelwolken und haben kaum noch Sicht. Es sind gefühlte -20 Grad und der Wind eiskalt. Wir frieren uns den Arsch ab und besonders Ulrike ist nur noch ein Eiszapfen. Nachdem wir den höchsten Punkt des 3400m Passes „Cuesta del Obispo“ überwunden haben, lichten sich die Wolken ein wenig und geben teils Sicht auf das saftgrüne Tal frei. Wir sind plötzlich wieder in einer völlig anderen Welt! Wir halten nochmal und Ulrike zieht noch Simons kurze Hose drüber plus Windbreaker. Zum Glück hatten wir von Carlos ein zweites paar Handschuhe für sie geliehen. Simon genießt die kurvenreiche Fahrt während Ulrike sich nur noch auf einen heißen Tee freut.

Wir erreichen unseren Zwischenstopp El Carril erst gegen 15 Uhr, als die Mittagsessenzeit schon vorbei ist. Nach etwas suchen haben wir Glück und finden ein Restaurant, dass uns als letzte Gäste bedient. Ein heißer Tee und Hähnchen mit Gemüse aus dem Ofen wärmen uns auf. Zum Nachtisch gönnen wir uns noch ein Stück „Torta de Rogel“, die quasi nur aus Dulce de Leche zwischen Keksschichten besteht. Gut das wir nur 1 Stück bestellt haben, denn es ist riesig und mächtig…aber leider geil!

Die letzten 120km bis Cafayate machen wir nun Strecke und halten nur kurz, da wir übermorgen den gleichen Weg zurück nach Salta nehmen werden. Trotz der bereits langen Fahrt genießt es Simon sich in jede Kurve zu legen. Es ist eine der schönsten Motorradfahrstecken und ab El Carril endlich wieder komplett auf Asphalt.

Wir hatten uns zum Glück bereits eine schnuckelige Cabaña in Cafayate vorgebucht und machen uns einen gemütlichen Abend. Und heute Nacht träumen wir sicherlich von Kakteen.

Tag 7 – Winzerstädtchen Cafayate

Cafayate liegt im Valles Calchaquíes im höchstgelegensten Weinbaugebiet der Welt und ist nach Mendoza Argentiniens zweitgrößte Weinregion. Auf ca. 4000 Hektar werden Trauben zwischen 1700 und 2800 Metern angebaut. Das Klima hier eignet sich trotz der Höhe mit 360 Sonnentagen im Jahr und ausreichend Wasser aus den umliegenden Bergen hervorragend. Eine Spezialität von Cafayate sind Weißweine aus der Torrontés Riojano-Traube, die jung und frisch getrunken werden. Sie finden auch international immer mehr Liebhaber und werden heute 2 neue Fans gewinnen.

Bevor wir mit unserer heutigen Weinverkostungstour starten, gibt es erstmal argentinisches Frühstück im Hotel mit den leckeren süßen Hörnchen. Wir wollen zunächst ein paar außerhalb liegende Weingüter besichtigen und nach dem Mittagessen das Motorrad abstellen. Unsere Unterkunft ist zentral gelegen und viele kleine Winzer bieten Führungen und Verkostungen fußläufig von uns an. Das ist sehr praktisch! Denn auch wenn man uns sagte in der Stadt Cafayate gäbe es keine Polizeikontrollen auf Alkohol, liegt die Promillegrenze in der Region Salta bei 0%. Don’t drink and drive! In Deutschland fährt fast immer Ulrike, nun darf Simon erstmal nur nippen. 😜

Als erstes steuern wir das Weingut Quara an, dass ein kleines Alpaka auf dem Etikett hat. Es gibt keine offizielle Führung auf Englisch, aber eine liebe Angestellte gibt ihr Bestes uns eine private Tour in Spanenglisch anzubieten. Anschließend kosten wir zwei Weine, kaufen hier jedoch zunächst nichts, weil wir erstmal vergleichen wollen. Am Preis liegt es jedoch keinesfalls, da die Weine bei den Bodegas ab ca 1,20 EUR zu erwerben sind. Die Argentinier laden sich den ganzen Kofferraum voll…

Über eine sandige Piste geht es hinauf zum Yacochuya Weingut und das letzte Stück ist mit einer Cardones Kakteenallee bewachsen. Die Aussicht von hier oben ist fantastisch und das Weingut ein richtig friedlicher und idyllischer Ort. Wir finden die Kombination von Weinreben, Kandelaberkakteen und Lavendel eine außergewöhnlich schöne Kombination!

Wir halten uns nicht so lange auf, da wir noch an einen weiteren Aussichtspunkt fahren wollen. Wir schlängeln uns auf sandiger Piste einen Weg auf der anderen Seite von Cafayate hinauf, als plötzlich 6 Polizisten hinterm Gebüsch rausspringen. Hier ist keine Durchfahrt! Mit einem seltsamen Gefühl machen wir also kehrt und fragen uns was die Polizisten dort in der Pampa bewachen, wo eigentlich der Aussichtspunkt in der Pampa sein soll? Egal, wie geplant stoppen wird fürs Mittagessen beim Weingut „Finca de las Nubes“. Wir sitzen in einem herrlich angelegten Garten mit Blick über Cafayate und essen ein köstliches Steak begleitet von argentinischer Musik. Es soll das beste argentinische Steak auf unserer Reise sein und im Nachhinein bereuen wir es, uns nur eins geteilt zu haben! 🙈

Nachdem die offizielle Siesta vorbei ist und die meisten Weingüter um 15-16 Uhr wieder öffnen, stellen wir das Motorrad ab und setzten ein richtiges Tasting im Städtchen fort. Die Bodega Nanni ist eine kleine Biowinzerei bei uns um die Ecke und vor der „Degustation“ machen wir hier eine Tour, die von einem Guide zweier Touristen zum Glück für alle auf Englisch übersetzt wird.

Die Bodega Nanni ist eine der bekanntesten Weingüter Cafayates und produziertet recht große Mengen für eine Biowinzerei. Da der Torrontés am besten jung getrunken wird, benötigt er keine Lagerung im Fass und kann nach 2 Monaten im Stahltank bereits abgefüllt werden. Nerdfact: Um den Hefe- und Zuckergehalt bei der Gärung zu balancieren wird in den Tanks pro 100l Traubensaft 1 Eiweiß hinzugefügt. Das Eiweiß bleibt aber natürlich nicht im Wein, sondern bindet die Trübstoffe und setzt sich ab.

Nach der Führung kaufen wir ein Degustationspaket, das die die Verkostung von 5 weißen und roten Weinen beinhaltet. Auch wenn Cafayate für seinen ausgezeichneten Weißwein bekannt ist, überrascht es doch auch so viele Rotweine vorzufinden. Tannat ist eine rote Weinsorte, die wir hier neben dem klassischen Malbec etc. entdecken. Es ist ein roter Wein mit viel Tannin und starken Vanille-, Schokoladen- und Tabakaromen. Simon schmeckt er ganz gut, aber Ulrike findet keinen Gefallen daran. Der uns bis vor ein paar Tagen unbekannte Torrontés hingegen ist ein ganz ausgezeichneter Weißwein, der einen intensiv fruchtigen Geruch hat und trotzdem trocken schmeckt. Wobei es natürlich auch die pappsüße Variante gibt. Der klassische, weiße Torrontés der Bodega Nanni ist unser absoluter Favorit geworden, wobei der Rosé auch fein schmeckt. Hochkonzentriert vergessen wir völlig ein Foto von unserer Lieblingssorte zu schießen…

Bei der Degustation lernen wir Julian und Katha aus Deutschland kennen und verbringen den Rest des Tages mit den beiden. Zufällig wollen sie nämlich auch im Anschluss noch die Bodega Domingo Hermano besichtigen und hatten sich bereits zur Tour angemeldet. Das die Tour diesmal auf Spanisch ist finden wir nicht schlimm, da wir das Meiste bereits bei den vorherigen Touren gelernt haben. Zu viert macht die weitere Degustation natürlich noch viel mehr Spaß und bei Domingo Hermano wird zum roten Malbec sogar Ziegenkäse verkostet.

Wir verbringen einen tollen Abend mit Käseplatte und Wein in einer Weinstube am Hauptplatz und kommen erst um 2 Uhr ins Bett. Und vielleicht haben wir die beiden mit dem Reisefieber angesteckt und inspiriert über eine längere Auszeit nachzudenken. Grüße nach Deutschland ihr Lieben!

Tag 8 – Cafayate nach Salta

Wir kommen erst später als üblich los, weil wir zunächst noch die Ziegenfarm „Cabras de Cafayate“ besichtigen (natürlich lag es nicht am guten Wein!).

Eine Ziege produziert bis zu 2l Milch am Tag (eine Kuh ca.a 10l) und hier wird daraus köstlicher Ziegenkäse produziert! Nach der Führung durch die Ställe und kleine Produktion dürfen wir verkosten. Besonders schmeckt uns die Variante mit mediterranen Kräutern und wir nehmen eine Packung mit. Mit über 3 EUR ist sie deutlich teurer als der Ziegenkäse vom Markt, aber er schmeckt ganz mild und fein.

Für den Rückweg nach Salta nehmen wir uns heute richtig Zeit. Auf dem Hinweg waren wir die Strecke nur schnell gerast. Die Sonne brennt heute ganz schön und es ist vermutlich der heißeste Tag bislang. Die Strecke führt durch die spektakuläre, wilde Landschaft mit roten und ockerfarbenen verwitterten Sandsteinformationen. Die „Quebrada de Las Conchas“ mit einzigartigen Felsformationen liegen quasi direkt am Weg. Eine längere Wanderung in den Felsen machen wir hier jedoch nicht, da wir ja alle Wertsachen auf dem Motorrad dabei haben und es nicht unbeaufsichtigt lassen wollen.

Für einen kleinen Fotostop müssen wir natürlich im Örtchen Alemanía halten. Viel zu entdecken gibt es hier jedoch nicht.

So langsam bekommen wir Hunger und zufällig landen wir im weit und breit einzigen und, wie wir erst später herausfinden, super beliebten Restaurant „Posta de Charabas“. Hier gibt es feine Gerichte mit Ziegenkäse aus eigener Produktion und selbstgebackenem Kuchen. Wir sitzen im gemütlichen Garten und entspannen. Kaum werden Gemüsetarte und selbstgemachte Ravioli serviert, wittert eine Ziege ihre Chance. Sie streckt den Kopf nach Beilagensalat und Brot aus und springt dann ganz auf den Tisch. Wir können grad noch unsere Teller retten, aber das Brot fällt ihrer schnellen Zunge zum Opfer. Zum Glück holt die Kellnerin die Ziege vom Tisch und sperrt sie in den Stall, damit wir unser Essen nun lachend genießen können.

Bei selbstgebackenem Kuchen können wir nicht nein sagen und ein Kaffee wäre auch fein. Wir müssen zugeben ganz große Fans von Kuchen und Gebäck in Südamerika zu sein. Wer hätte gedacht das es hier sogar Apfelstrudel gibt! Schmeckt wie in Österreich, auch wenn er hier ohne Vanillesauce oder Eis serviert wird.

In der Ferne sehen wir einen riesigen See unweit der eigentlichen Route und fahren spontan hin. Zwei nette Polizisten winken uns auf der schmalen Landstraße heran und wir kramen Führerschein und Papiere aus der Box, damit sie kurz einen Blick drauf werfen können. Bisher wurden wir bei allen Polizeikontrollen durchgewunken und hier gibt es echt viele! Jeden Tag passieren wir mehrere Kontrollstellen mit Pylonen abgegrenzt und müssen auf 20kmh abbremsen. Das Interesse gilt hier jedoch weniger den Touristen, sondern wir vermuten das es an der Nähe zu der chilenischen und bolivianischen Grenze liegt. Ein paar Kilometer weiter erreichen wir schließlich den See. Der „Lago Cabra Corral“ scheint ein Ferienhausdomizil für reiche Argentinier zu sein und es stehen ein paar Villen mit tollen Gärten am Ufer. Erinnert uns ein bisschen an den Bodensee! Es gibt auch wenige Unterkünfte im Vorort, jedoch kaum mit direktem Seezugang. Wir überlegen kurz ob wir spontan eine Nacht hier bleiben wollen und das Motorrad erst morgen früh abgeben. Jetzt baden zu gehen klingt zu verlockend! Wir fahren zu einem Campingplatz und fragen nach, jedoch hat er nur Stellplätze und keine Cabañas. Schade, denn hier unten am Ufer ist es richtig schön. Wir fragen ob wir uns denn kurz abkühlen dürften, denn es ist spätnachmittags immer noch ziemlich heiß. Schnell schlüpfen wir in die Badesachen und spielen mit den Hunden im Wasser. So erfrischend! Als ein bisschen später 4 andere Touristen hier schwimmen gehen, werden sie zur Kasse gebeten. Wir sind froh mittlerweile ein paar spanische Worte zu sprechen, um erstmal höflich etwas erfragen zu können. Wir zahlen nix für unsere Abkühlung.

Als wir bemerken, dass die ersten fiesen Mücken zugebissen haben (die kleinen „Fruchtfliegen“, deren Bisse tagelang höllisch jucken) machen wir schnell die Biege. Die letzten Kilometer bis Salta fahren wir nun durch. Wir hatten es offen gelassen, ob wir das Motorrad abends oder am nächsten Morgen abgeben. Nachdem wir vergebens in einem großen Supermarkt neues Eiweißpulver gesucht und völlig die Zeit beim Einkaufen verloren haben, entscheiden wir um 21 Uhr die Abgabe zu vertagen und parken das Motorrad im Hostelflur. Hier sollte es sicher stehen, doch das Hostel selbst ist ein ziemlicher Fail. Dazu jedoch im nächsten Blog mehr.

Tag 4 – Maimará nach San Antonio de los Cobres

Wir starten mit einem schnellen Porridge in den Tag und verabschieden die neugierigen Lamas. Wir ahnen noch nicht, dass heute der anstrengendste Motorradtag unseres Trips wird. Dazu jedoch später mehr… Auch heute meint der Wettergott es jedoch gut mit uns und wir fahren nur knappe 20km bis ans erste Tagesziel. Es sind die 7-farbigen Berge von Purmamarca und ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Die Berge sind tatsächlich sehr schön gefärbt und da man etwas näher heran kann und teils sogar durchfahren, finden wir das sich dieser Ort mehr lohnt als die 14-farbigen Berge. Tatsächlich hatten wir dort keine 14 Farben zählen können!

In nicht endenden Serpentinen der „La Cuesta de Lipán“ und über den nächsten Ü4000m Pass gelangen wir zu den „Salinas Grandes“. Oben wird es ganz schön kühl mit dem Fahrtwind und wir ziehen unsere Jacken an. Gut, dass wir uns gestern Abend noch angestellt hatten um vollzutanken, denn wir brauchen hier ganz schön Sprit so wie Simon das Gas aufdreht wo es sicher möglich ist.😜 Carlos hatte uns die wenigen Tankstellen in der abgelegenen Region eingezeichnet und wir tanken vorsichtshalber an jeder voll, auch wenn man ganz schön lang anstehen muss. Fast liegenbleiben, wie mit dem Camper in San Pedro, haben wir diesmal nicht vor! Die Aussicht vom Pass ist auf jeden Fall der Hammer!

Wir erreichen die Salinas Grandes zur Mittagszeit und sind enttäuscht, dass es hier nur Empanadas oder Tortillas gibt. Irgendwie verpassen wir es immer Tamales oder Humidas zur Mittagszeit zu essen. Wir machen kurz Rast am salzigen Picknickplatz. Neben Salzfiguren sind hier tatsächlich sogar Tische und Bänke aus Salzblöcken gefertigt!

Die 212 km² große weiße Salzwüste wollen wir mit dem Motorrad erkunden und am liebsten einmal durchqueren, doch wo findet man eine Zufahrt? Wir hatten gelesen, dass man mit PKW über das Salz fahren kann und auch Carlos gab uns grünes Licht. Nur in den Spuren der Autos sollen wir bleiben, da man nicht weiß was unter der Salzkruste ist und man Gefahr läuft im Morast darunter einzubrechen. Die „Straßen“ im Salz, die von der Hauptstraße abzweigen, sind mit Schranken verschlossen und dürfen nur mit Guide in einer begleiteten Tour gebucht werden. Außerdem führt die 40min Tour nicht wirklich weit hinaus und beinhaltet mehr oder weniger eine Führung zu den Abbaustellen und Pools. Das finden wir natürlich ganz schön doof! Wir schauen uns ein Stückchen weiter um und fahren kurz eine Straße zu einer Abbaustelle rein, die nicht versperrt ist, und fragen nach Zugang. In der Arbeitszone gewährt man uns jedoch keine Durchfahrt. Nungut, wir versuchen weiter südlich unser Glück – so der Plan – und setzten die Fahrt auf der staubigen Route 40 Richtung Süden fort. Und wir haben Glück nach ein paar Kilometern und einer zunächst fragwürdigen, staubigen Zufahrt mit dem Motorrad in den Salinas Grandes zu fahren. Zunächst schlagen wir ein Stück Richtung Norden ein um die großen Pools und Abbau von Salz mit Baggern und sonstigen Geräten zu beobachten.

Dann fahren wir auf nimmer weißer Piste Richtung Süden in den Autospuren in der Hoffnung der Weg möge irgendwann wieder auf die Straße, Route 40 führen. Ein paar mal zweigt die Straße ab, die Spuren werden schwächer bis wir sie irgendwann nicht mehr sehen können. Sch*** und nun? Auch wenn die Richtung stimmt wir wagen uns nicht weiter vor aufs „Eis“. Wenn wir hier einbrechen findet uns sicher niemand, denn uns begegnete die letzten schätzungsweise 40km niemand. Wir fahren ein Stück zurück und versuchen nochmal eine andere Abzweigung, aber auch diese verläuft im Salz. Uns bleibt also nichts anderes übrig als die gesamte Stecke zurückzufahren. Ganz schöner Umweg, aber trotzdem cooler Ausflug auch wenn es uns nicht möglich war die Salzwüste ganz zu durchqueren.

Zurück auf der Schotterpiste fahren wir nun erneut Richtung Süden, nur das es sich hier gar nicht so schön fahren lässt wie auf recht ebenem Salz. Die Rillen sind heftig und dann besteht die Strecke teils wieder nur aus Sand, wo wir natürlich kaum Grip haben. Gut das wir noch eine Notfallbanane und Nüsse im Gepäck haben, damit der Fahrer bei Kräften bleibt. Die 120km Piste ist mehr als mühselig und wir werden extrem durchgeschüttelt. Es ist so abgelegen und ohne jeglichen Verkehr, dass wir sogar einem seltenen südamerikanischen Nandu Strauß begegnen. Er ist natürlich sehr scheu und will sich nicht von Nahem ablichten lassen. Später finden wir heraus, dass diese Piste die Extension der Route 40 und gar nicht die wohl teils asphaltierte Route 40 war. Das würde auch erklären, warum niemand an dieser Seite der Salzwüste unterwegs war. Egal wir sind lebendig angekommen. 🙈

San Antonio ist ein ziemlich kleiner, eingestaubter Ort und gefällt uns irgendwie gar nicht. Ist aber nicht schlimm, da wir hier nur einen Schlafplatz suchen. Online war gar nichts zu finden, was wieder an Türen klopfen heißt. Beim zweiten Hospedaje haben wir jedoch schon Glück und finden ein kleines, sauberes Zimmer. Wir sind völlig erledigt und die Hintern wund von 270km auf teils übelster Strecke heute. Nach einer heißen Dusche machen wir uns nur schnell die Reste von gestern warm, gepimpt mit ner Dose Erbsen aus dem Supermarkt nebenan. Wir sind viel zu fertig noch irgendwo was essen zu gehen und schlafen völlig fertig bereits um 9 Uhr.

Tag 5 – San Antonio de los Cobres nach Cachi

Ziemlich ausgeschlafen gibt’s Frühstück im Hospedaje, bevor wir uns wieder aufs Bike schwingen. Die Unterkunft scheint recht beliebt bei Motorradfahrern zu sein und wir treffen noch 2 Argentinier, die auch ein Motorrad bei Carlos geliehen haben und in entgegengesetzter Richtung unterwegs sind. Was ein lustiger Zufall finden wir und tauschen noch schnell ein paar Tipps zur Route aus. Nachdem wir vollgetankt haben geht’s erstmal ein paar Kilometer über herrlich asphaltierter Strecke. Simons Laune sinkt zunächst als wir wieder auf eine staubige Hubbelpiste abbiegen, aber wir sind richtig und auch die zwei Argentinier klagten über die nicht so tollen Straßenkonditionen. Bald geht es jedoch Kurve um Kurve aufwärts und wer kann bei so schöner Landschaft und Aussicht nicht ins Staunen kommen! Wir überqueren den nächsten 5000m Pass „Abra del Acay“.

Ganz oben können wir uns nicht lang aufhalten, da recht frischer Wind weht. Unterwegs sehen wir wieder viele Herden Vikuñas, die friedlich in der Pampa grasen. Einige Stellen sind wie mit runden, grünen Moosteppischen bewachsen. Beim Versuch sich drauf zu setzten muss Ulrike allerdings feststellen, dass sie gar nicht flauschig sondern ziemlich piksen wie ein Kaktus. Wir winden uns auf Serpentinen die andere Seite des Passes wieder hinunter und die Piste führt teils an sehr schmalen Passagen am Berg vorbei.

Wir passieren ein abgelegenes Häuschen mit vielen Ziegen- und Alpakababys. Sie und die Bewohnerin mit zwei Kleinkindern sind genauso neugierig wie wir. Die Alpakas versuchen die Helme, die sie wahrscheinlich zuvor noch nie gesehen haben, ganz nah zu betrachten und zu beschnüffeln. Wir sind schockverliebt! Wir beobachten die kleinen Ziegen noch eine Weile über die Felsen hüpfen und fahren schließlich weiter.

So langsam kommen wir wieder in die Täler und müssen auch einige kleine Bäche passieren, da bleiben die Füße natürlich nicht trocken. Wir erreichen das Dörfchen „La Poma“, unser Zwischenziel für Mittagessen und kleiner Siesta im Park des Hauptplatzes. Das kleine Dorf ist schnuckelig hat nur wenige Häuser und 2/3 Restaurants. Wir essen ein Steak mit köstlichem Salat, den wir schon gefühlt ewig nicht mehr hatten. Die Tomaten sind hier knallrot und vielleicht sogar im Garten geerntet. Zufällig kommen wir an einen Babyziegenstall vorbei und hätten uns am liebsten mal in den „Streichelzoo“ begeben.

Gerne wollen wir die nahegelegene „Puente del Diablo“ mit den hübsch gefärbten Stalaktiten besichtigen. In La Poma gibt es nur einen Guide, der einen mit Neopren und Seilen ausstatten, um die Höhle im Fluss zu erkunden. Wir versuchen ihn zu erreichen und klopfen sogar an seine Tür, jedoch nur sein Großvater öffnet und den krassen Akzent können wir nicht verstehen. Tatsächlich ist es etwas schwieriger in Argentinien, da die Aussprache teils ziemlich anders ist als zB in Peru. Nunja, wir gebens auf mit der Tour und da wir eh dran vorbeifahren, machen wir einen kleinen Stop an der Höhle. Hinein können wir jedoch nicht ohne Seil als Sicherung. Ob es dort wohl auch Fledermäuse gäbe? Ulrike sieht ihr zumindest heute ziemlich ähnlich – Euli wäre begeistert! 😂

Wir durchqueren ein wunderschönes Tal auf Schotterpiste, was sonst! Entlang eines Flusses fahren wir bis nach Chachi und müssen für zahlreiche Fotostops halten. In der späten Nachmittagssonne sehen das Tal und die Berge einfach nach jeder Kurve noch viel schöner aus!

Cachi heißt auf Quechua übersetzt „Salz“ und die in weiß getünchten Lehmhäuser sehen in der Abendsonne besonders schön aus. Heute finden wir auf Anhieb eine super günstige und nette Unterkunft ein paar Blocks vom Hauptplatz. Nachdem wir abgeladen haben meldet sich der Hunger und wir laufen durchs hübsche Städtchen. Die Wahl ist schnell auf ein belebtes Restaurant mit den letzten Sonnenplätzen auf dem Platz gefallen. Wir bestellen eine Flasche Wein aus der Region, da wir uns nun schon am Anfang der Weißweinregion in Argentinien befinden, ein Tamales und Suppe zur Vorspeise und schließlich eine Pizza. Letztere schmeckt überraschend gut, denn die sonnengetrockneten Tomaten und Schinken kommen aus der Region. Es gibt außerdem richtig gutes Craftbeer. Wir lassen es uns heute Abend richtig gut gehen und gönnen uns zum Abschluss noch ein Mousse au Chocolate mit Orange. Das Abendessen fällt heute etwas teurer aus, aber war wirklich ein Gedicht!

8 Tage Motorradroadtrip durch Nordargentinien

Salta – Yala – Tilcara – Humahuaca – Hornocal – Iruya – Maimará – Purmamarca – Salinas Grandes – San Antonio – La Poma – Cachi – Parque National Los Cardones – Valle Encantado – El Carril – Cafayate – Quebrada del Río Las Conchas – Alemanía – Lago Cabra Corral – Salta

Und hier ist unsere 1530km Route veranschaulicht auf der Karte:

Tag 1 – Salta nach Tilcara

Nach ein paar Kilometern verlassen wir den Stadtverkehr und fahren auf die Route 9 Richtung Norden. Die Serpentinen sind ein wahres Motorradparadies und Verkehr gibt es außerdem kaum, da Autos und LKWs die Hauptstraße fahren. Wir sehen dafür mehr Kühe, Pferde, Ziegen und Schweine sowie wenige entlegene Ranches. Zum Teil ist die Vegetation hier richtig tropisch und wird sich in den nächsten Tagen täglich ändern. Wir fahren an 3 Seen vorbei, finden jedoch irgendwie keinen guten Picknickplatz.

Wir fahren und fahren mit mittlerweile knurrendem Magen also weiter bis in den Parque Provincial Potrero de Yala. Die letzten paar Kilometer sind beschwerlich über steile Schotterpisten. Das Motorrad bricht ein paar mal etwas aus. Die Natur hier ist jedoch wunderschön und am Wegesrand blühen bunte Blumen. Wir erreichen den letzten der 3 Lagunen und packen unser Mittagessen aus und genießen es mit Blick über die Lagune. Danke Paula für den leckeren Kürbisauflauf!

Nun heißt es nochmal ein paar Kilometer schrubben. Ursprünglich wollten wir versuchen heute bis Humahuaca zu fahren und hatten dort bereits ein Hotel rausgesucht, aber die Hintern tun nach 220km weh. Wir entscheiden lieber morgen früh zu starten und schieben die letzten 50km auf morgen. Wir halten kurz vor Tilcara bei einer Jesusstatue auf einem Hügel und bewundern die hübschen Berge bei Maimará.

Wir hatten eine SIM Karte gekauft, um die Unterkunftsuche zu vereinfachen und mal schnell was nachschauen zu können, kaum raus aus Salta hatten wir jedoch kein Netz mehr. Nach langem Suchen nach einer passenden Unterkunft landen wir in einem Zottelhostel in Tilcara. Fausto ist jedoch ein korrekter Kerl aus Buenos Aires und wir quatschten lange. Das Doppelzimmer mit externem Bad ist ausreichend für eine Nacht und liegt im Budget, Internetempfang scheint jedoch auch hier in der Stadt im Moment nicht zu sein. Wir laufen auf den Hauptplatz und snacken ein Tortilla, gegrilltes Brot meist mit Käse und eventuell noch Schinken, Salami oder Mais gefüllt, das es hier an jeder Ecke zu kaufen gib. Wir probieren außerdem Api, ein lilafarbener Saft aus Mais, der einfach nur fürchterlich süß schmeckt…den kaufen wir nicht nochmal. Da es morgen früh losgehen soll, sind wir heute früh im Bett.

Tag 2 – Tilcara nach Iruya

Fausto bereitet uns vor der üblichen Frühstückszeit unser erstes landestypische, argentinische Frühstück mit getoasteten Baguettescheiben und Dulce de Leche vor. Oft wird in Argentinien aber auch ein süßes Hörnchen zum Frühstück gereicht. Tatsächlich überlegte Argentinien sein Dulce de Leche zum Kulturerbe zu benennen. Durchschnittlich 3kg pro Jahr isst jeder Argentinier von der süßen, zähflüssigen Karamellcreme bestehend aus Milch, Zucker und Vanille, aufs Brot, als Eis oder in Gebäck- und Kuchenspezialitäten. Die Deutschen schaffen es hingegen nur 1kg Nutella pro Kopf und Jahr zu verzehren. Es dauert nicht lange bis wir auch Dulce de Leche im Reisegepäck haben, praktisch im Quetschiformat. Ich finde außerdem, dass dieses Bild aus dem Supermarkt nach Dulche-de-Leche-Liebe der Argentinier schreit…so viel Auswahl ist doch unglaublich!

Ein Schwätzchen mit Fausto später und nach Beladen des Motorrads kommen wir schließlich doch nicht vor 8:30 los. Die Fahrt bis Humahuaca verläuft auf asphaltierter Strecke schnell, danach sind es 30km Schotterpiste bis zu den 14-farbigen Bergen „Hornocal de 14 Colores“. Der Aussichtspunkt liegt auf 4350m und wir haben fertig geschaut bevor die meisten Tagestouristen eintreffen. Trotz „Warnschild“ wegen der Belastung bei Höhe laufen wir hinunter zu einem weiter vorgelagerten Aussichtspunkt. Klar schnaufen wir auf dem Rückweg nach oben ein wenig wegen des fehlenden Sauerstoffs, doch unsere Körper haben sich gut angefreundet mit der Höhe und selbst das ständige auf und ab scheint uns nichts mehr auszumachen. Da knattert das Motorrad bei der Höhe mehr als wir!

Den weißen Weg sind wir hochgekommen!

Mittagessen gibt es auf dem Rückweg in Humahuaca und wir finden leider nur ein mittelprächtiges Mittagsmenü. Wir laufen durch das kleine Dorf, bewundern die Architektur rund um den Hauptplatz mit schöner Kirche und die coole Streetart.

Während wir mit einer Kugel Dulce de Leche Eis (wir sind nun auch auf den Geschmack gekommen! 🙈) am Hauptplatz sitzen, sehen wir dunkle Wolken aufziehen. Es sind noch 70km bis nach Iruya. Wir schwingen uns also schnell wieder aufs Bike und düsen zunächst auf Asphalt gegen Norden Richtung Bolivianische Grenze. Die letzten 50km auf Schotterpiste und bei erneuten Anstieg von über 4000m werden ein klein bisschen nass. Das Regenoutfit ist einfach nur zum Lachen! 😂 Wir schlängeln uns Serpentine um Serpentine den Pass hinauf und auch wieder hinunter.

Der große Regen scheint glücklicherweise westlich an uns vorbeiziehen. Mit dicken, schwarzen Regenwolken im Nacken können wir jedoch leider die schöne Strecke nicht richtig genießen und machen kaum Halt. Auf den Wetterbericht ist auch kein Verlass, denn für heute war strahlender Sonnenschein angekündigt und nur morgen etwas Regen. Mit Sonne wären die Berge und Aussichten sicher viel schöner…

Als wir Iruya erreichen kommt die Sonne doch nochmal raus. Das Dörfchen ist von Weitem ganz leicht an der großen weiß angestrichenen Lehmkirche zu erkennen. Wir finden auf Empfehlung von Carlos schnell sein Lieblingshotel und obwohl es etwas überm Budget liegt, gönnen wir uns heute Nacht das schöne Zimmer mit himmlischem Bett. Hier werden wir nach der anstrengenden Fahrt wie auf Wolken schlafen!

Wir erkunden die kleinen Gassen des Lehmdörfchens, dass tatsächlich mal Filmkulisse für den teuersten Werbefilm von Guinessbiers war. Das ganze Dorf hat damals mit gedreht und mit dem Geld hat so mancher sicher seine Fassade saniert. Denn auch wenn die Häussschen aus Lehm gebaut sind, verdecken fast überall die hübschen Fassaden das traditionelle Gemäuer. Wir genießen dennoch den Spaziergang durch die Gassen aus Pflastersteinen und laufen sogar in den zweiten Dorfteil über eine große Hängebrücke. Der Fluss führt kein Wasser, aber wir können uns den reißenden Fluss zur bevorstehenden Regenzeit gut vorstellen. Ausgehungert kehren wir zurück an den Hauptplatz, wo es jedoch kaum Restaurants zur Auswahl gibt. Auf dem Platz findet heute ein Kinderfest statt und es ist ganz schön was los. Grad zur richtigen Zeit öffnet ein kleiner Laden mit regionaler Küche für uns die Pforte. Wir essen herzhafte Pfannkuchen gefüllt mit Quinoa und Käse sowie „Pechuga de Pollo Relleno“, Schinken und Käse gefüllte Hähnchenbrust und den kleinen Andino Kartoffeln als Beilage.

Tag 3 – Iruya nach Maimará

Die Sonne lacht und es ist keine Regenwolke zu sehen! Heute werden wir den Rückweg über den Pass in vollen Zügen genießen können. Es gibt wahnsinnig gutes Frühstück mit frischem Osaft, Obst, warmem landestypischem Brot und richtiger Butter. Gestärkt für die Fahrt durch die Berge und 1000 Serpentinen starten wir diesen sonnigen Tag. Ich bin stolz auf Simon, wie er es meistert mit mir und samt Gepäck geschickt über die schlechten Straßen zu manövrieren. Anfängern können wir die Pisten hier nicht empfehlen! Ich hab mich auch mal aufs Bike gesetzt, aber für mich ist es viel zu schwer und kaum zu halten.

Zurück auf der Hauptstraße, diesmal wieder zurück Richtung Süden, stehen Millionen uralte Kakteen am Wegesrand. Wir parken das Motorrad und laufen in den Kaktuswald. Wir erschrecken uns als plötzlich ein fetter Hase vor uns Haken schlägt und davonläuft…schade keine Hasenmaus, dieses possierliche Tierchen würden wir gern mal sichten. Der erste Regen der bevorstehenden Regenzeit lässt die Wüste blühen. Direkt aus dem Boden sprießen hier und da einzelne ca 1cm große Blümchen. Von klein bis groß sind hier sämtliche Kaktusarten vertreten und blühen in unterschiedlichsten Farben. Die Hunderte von Jahren alten Riesen, die „Cardones“ Kakteen, wachsen nur 1cm pro Jahr! Wir sind erstmal baff, aber werden in ein paar Tagen im „Parque National Los Cardones“ noch mehr erstaunliche Fakten über diese Riesen sammeln.

Zurück in Humahuaca laufen wir über den Markt und trinken einen frischen Saft. Auch hier scheint es viele Fans der Kakteen zu geben und man kann handgefertigte Souvenirs kaufen. Danach laufen wir noch auf einen Aussichtspunkt. Hier steht ein alter Kirchenturm aus Lehm und wir können das Dorf überblicken.

Die Wahl fällt heute auf ein wesentlich besseres Restaurant, dass wir beim letzten Besuch der Stadt zu spät entdeckt hatten und rappelvoll war. Wir essen „Milanese“, Hähnchen oder Fleisch in knuspriger Panade, und überraschenderweise ist dieses Schnitzel hier sehr verbreitet, sowie „Pescado al Horno“, Fisch aus dem Ofen. Wir chillen am hübschen Hauptplatz bevor wir die Fahrt ins 5000 Seelen Örtchen Maimará antreten.

Sergio und seine 3 Lamas warten bereits auf uns. Er ist ein sehr herzlicher Gastgeber und wir üben ein bisschen Spanisch während er mit uns auf einen kleinen Aussichtsberg auf seinem Grundstück wandert. Wir waschen ein paar Teile durch und gehen im Minimarkt im Dorf einkaufen. Heute Abend kochen wir nur noch ein bisschen Kürbisgemüse in der Küche und schauen einen Film.

Campertrip Video

Nachtrag zu unserem 4-tägigen Roadtrip um San Pedro de Atacama

Bitte seid geduldig mit uns – wir versuchen 1000 Fotos und Videos so bald wie möglich alle zu sichten. Wir hoffen in Bolivien ist das Internet ausreichend stark, um dann auch alles hochzuladen. In 3 Tagen geht es über die Grenze. Nun aber erstmal viel Spaß mit unserem letzten Video und Nachtrag aus Chile!

Argentinien 🇦🇷

Salta – La Linda
übersetzt „Die Schöne“

Und das ist diese Stadt wirklich! Die weißen Kolonialgebäude, alten Kirchen, Streetart, schicke Restaurants und Bars und die zahlreichen Parks in der Stadt verbreiten ihren Charme. Die Stadt ist modern und es haben sich viele namhafte Geschäfte angesiedelt, dennoch sieht man zahlreiche Straßenhändler und traditionelle Märkte. Viele lassen den Norden Argentiniens bei der Routenplanung außer acht, zu unrecht wie wir finden. Wir werden bei unserem Abstecher nach Argentinien stattdessen nur die Region um Salta erkunden und Steaks essen – was sonst?! 🥩😂

Simon im Fleischparadis

Nachdem wir den ganzen Tag im Bus gesessen haben, erreichen wir gegen 21 Uhr den Busbahnhof in Salta. Die letzten Chilenischen Peso haben wir bereits ausgegeben und die zwei Geldautomaten sind leer. Dollar wechseln geht ab 10$ Note, wir haben noch 9$…puh! Wir verhandeln mit dem Taxifahrer, dass er uns in der Stadt zunächst zu einem Geldautomaten fährt, da wir ihn ansonsten nicht bezahlen können. An einigen Banken stehen, wie hier grundsätzlich oft beobachtet, eine Menge Leute auch um diese Uhrzeit an. Bei Bank und Versuch Nummer 3 gibt es dann endlich Bares und wir fahren in unser Airbnb im Stadtzentrum. Paula und ihr Hund Isaac warten bereits auf uns. Die WG ist richtig gemütlich, unser Zimmer groß und das Bett super bequem. Wir haben kein Wasser mehr und sind zudem noch etwas hungrig. Sonntagabends ist fast alles geschlossen, einen Kanister Wasser können wir im Minimarkt um die Ecke jedoch auftreiben und stehen um 22 Uhr Schlange, um ein nach Belieben belegtes Sandwich zu bekommen. Der Laden ist extrem beliebt und der Geschmack verrät auch warum. Guten Appetit!

Am nächsten Tag versuchen wir zunächst erfolglos einen Motorradladen etwas außerhalb des Zentrums aufzusuchen, leider geschlossen. Wir haben nicht wirklich gefrühstückt, weil Paula die Küche vormittags für ihr Cateringbusiness in Anspruch nimmt. Also lassen wir uns vom Taxifahrer eine Empfehlung für ein Restaurant mit guten Steaks oder Asado geben und hierher hat sich vermutlich noch kein Tourist verirrt (es gibt im Zentrum schließlich mehr als genug Auswahl). Es gestaltet sich etwas schwierig die Karte zu lesen, da die Cuts hier anders heißen und das typische „Asado“, hier eine BBQ Platte, scheinbar Innereien beinhaltet. Unsere Wahl fällt auf Fleisch aus dem Ofen, mit Ofenkartoffeln und Gemüse. Ausgezeichnet! Dazu wurden pikant eingelegte, schwarze Bohnen und Aubergine gereicht. Wir kommen wieder!

Wir laufen zurück ins Stadtzentrum und gehen auf Erkundungstour. Die Stadt ist bereits weihnachtlich dekoriert, auch wenn bei der Hitze irgendwie keine Stimmung bei uns aufkommt. Das erste Mal fällt uns auf, dass die Siesta hier richtig gelebt wird. Die Fußgängerzone ist wie ausgestorben und Geschäfte öffnen erst wieder um 17-18 Uhr. Wir finden ungelogen das beste Eis der Welt und setzten und eine Weile in den schönen Park am Hauptplatz. Als der „Mercado San Miguel“ gegen Abend seine Pforten wieder öffnet, kaufen wir Gemüse fürs Abendessen ein.

Zurück im Airbnb wartet bereits Hund Isaac auf uns und auch die kleine Babykatze von Paulas Mitbewohnerin ist neugierig und ständig in Spiellaune. Die gemütliche WG Atmosphäre gefällt uns sehr und Ulrike fühlt sich an die schöne FFM WG Zeit erinnert. Bevor wir später noch kochen, sitzen wir lange im begrünten Innenhof mit Pool und recherchieren für die nächsten Tage. Per WhatsApp kann Simon den Motorradverleih erreichen und wir schmieden erste Pläne.

Am nächsten Morgen geht es erstmal ins Gym und man freut sich dort über europäische Gäste. Auch wenn es super heiß ist, ist es das netteste Gym bisher mit tollem Personal. Wir werden noch zu Gym-Testern in Südamerika! 😂 2,5 Stunden Training später und frisch geduscht, laufen wir völlig ausgepowert und ausgehungert ein paar Blocks bis an den Hauptplatz. Wir kaufen im Supermarkt für schlappe 3 EUR ein ganzes, frisch gegrilltes Hähnchen und machen Picknick im Park. Die Sonne scheint und wir liegen unter Limettenbäumen. Der süßen Eisversuchung um die Ecke können wir nicht widerstehen…wir teilen uns ein Hörnchen mit Choco Rocher, Dulce de Leche und Tiramisu in super knuspriger Schoko&Krokant Waffel. Warum ist es in Deutschland so schwer gutes Eis zu finden?

Den Rest des Tages heißt es wieder Recherche, Recherche, Recherche und Routenplanung im Hof (mit der süßen Babykatze natürlich). Ab morgen sind wir nämlich für 8 Tage motorisiert! Wir quatschen auch ein bisschen mit unserer Gastgeberin Paula, die uns aufklärt, was alle hier in diesen lustigen Bechern trinken. Tatsächlich ist es der typische argentinische Mate-Tee im „Guampa“. Sogar im Gym und auch im Park waren uns Leute mit dem besonderen Becher und Thermoskanne aufgefallen. Paula gießt uns Tee auf, der hier oft geteilt und rumgereicht wird. Der starke und strenge Geschmack ist jedoch nichts für unsere Gaumen!

Am nächsten Morgen sind wir vor Paula in der Küche und starten mit einem gesunden Frühstück in den Tag. Gestern hatten wir sogar Erdbeeren beim Straßenhändler gefunden. Die Babykatze strollt neugierig durch unser Zimmer, sobald die Tür aufgeht, und hilft sogar beim Packen oder will sie etwa mit auf den Roadtrip?

Wir lernen die Frohnatur Carlos vom Motorradverleih endlich persönlich kennen. Wir sind nicht nur vom fast neuen Motorrad begeistert, sondern auch von Carlos korrekter Art und Service. Wir bekommen zum Motorrad eine gute Ausstattung ohne Aufpreis und er leiht und Koffer, Schloss, Helme und zwei paar Handschuhe. Gerne geben wir die Kontaktdaten weiter, falls jemand Interesse hat hier eine Tour zu machen.

Wir fahren ins Airbnb und beladen das Motorrad. Der große Rucksack bleibt bei Carlos. Wir müssen nun selbst über uns lachen…ein Rucksack in Arequipa, Peru und der andere nun in Salta eingelagert während wir mit minimalem Gepäck unterwegs sind. Man braucht tatsächlich so wenig zum Glücklichsein! Glücklich ist auch Paula als wir ihr noch ein Mittagessen abkaufen, da sie heute nicht so viel verkaufen konnte. Wir packen ihren köstlich duftenden Kürbis-Fleischauflauf fürs Picknick später ein und auf geht’s!