La Paz

Ein Ausfug auf schwindelerregende Höhe

Es ist wieder etwas kühler hier in La Paz, da wir nun wieder auf 3800 Höhenmetern sind. In der Sonne kann es richtig warm werden und Sonnencreme ist bei der Höhe Pflicht, da man sich leicht verbrennt. Im Schatten wird es schnell kühl, wir ziehen also beim Erkunden der Stadt ständig die Jacke an und aus. Wir kommen erst am Spätnachmittag in La Paz an und, da wir im Bus heute nur gesnackt haben, gehen wir nach dem Checkin gleich auf Restaurantsuche. Die Lage des vintage Hostels ist perfekt und viele Sehenswürdigkeiten sind direkt um die Ecke. Wir laufen steil bergauf die Straße hoch und schnaufen schwer, weil uns der Sauerstoff ausgeht. Es wird bereits etwas kühl und so finden wir schließlich einen Suppenladen. Leider eine der bisher schlechtesten Suppen auf der Reise und was ist eigentlich dieses schwarze, komische Zeug das wie 💩 aussieht? Wir fischen es aus der Suppe und keiner von uns beiden möchte es probieren. Dafür sehen die Brötchen hier umso besser aus. Gegen Abend stehen Frauen mit riesigen Körben an jeder Straßenecke und wenn man Glück hat sind sie sogar noch warm. Die besten Brötchen, die wir auf der bisherigen Reise finden konnten und schmecken so gut wie vom guten Bäcker in Deutschland!

Nachdem wir am nächsten Tag die „Iglesia San Francisco“ und das Regierungsviertel besucht haben, laufen wir zu einem Aussichtspunkt hoch. Von hier kann man die Dimensionen der Stadt erkennen und wir bestaunen die vielen Seilbahnen.

Zurück in der Stadt ist Simon ziemlich platt, die Höhe macht ihm diesmal ganz schön zu schaffen. Simon legt sich ab und Ulrike checkt ein schnuckeliges, veganes Restaurant namens Namaste ab. Hier gibt es ein leckeres Mittagsmenü. Auf dem Rückweg geht es dann in der Apotheke vorbei, um Simon ein paar Sorojchi Pillen gegen die Höhenkrankheit zu besorgen. Die Locals schwören auf die darin enthaltene Mischung aus Aspirin und Koffein. Später geht es ihm schon etwas besser, sodass wir noch zum „Witches Market“ und ins Cocamuseum um die Ecke laufen. Der Markt hat uns, obwohl es eine DER Sehenswürdigkeiten sein soll, nicht überzeugt. Wir hatten ja bereits ein wenig über kuriose Bräuche der indigenen Bevölkerung geschrieben und auf diesem Markt kann man eben alles Mögliche an Hokuspokus kaufen. Es sind dort mittlerweile jedoch mehr Souvenirläden als Kräuterhexenläden…schade! Selbst in Arequipa oder Sucre war die Sektion auf dem normalen Markt größer und vielfältiger als hier…erst dachten wir sogar wir wären in der falschen Straße. Dafür beeindruckt uns das Cocamuseum umso mehr! Am Eingang wird uns eine Lektüre ausgeteilt, die die Informationstafeln in Deutsch übersetzt. Die kleine Ausstellung auf geschätzten 30qm besteht aus liebevoll zusammengetragenen Informationen über die uralte Kultur von Coca, Konsum, Bräuchen und Wirkungsweise des Cocablätterkauens, die Entdeckung von Kokain und die verheerenden Auswirkungen des weltweiten Kokainhandels. Hier ein paar Facts, die ihr vielleicht nicht kanntet:

• Die indigene Bevölkerung macht seit mehr als 8000 Jahren Gebrauch von Coca und Coca ist fest verwurzelt in der Gestellschaft und Bräuchen. Ohne Cocablätter wird kein Geschäft oder Vertrag geschlossen, beim Vater um die Hand der Tochter ohne Coca anhalten ist undenkbar, Konflikte werden mit Coca besänftigt…Coca umfasst einfach ALLE sozialen Aktivitäten und wird als Zeichen des guten Willens gesehen.

• Coca ist ein Symbol der indigenen Identität. Cokakauen gehört zur guten Manier und wer kein Coca kaut wird als antisozial oder Fremder der Gemeinde betrachtet. Es ist einfach nicht aus der Gesellschaft wegzudenken.

• Wusstet ihr das man neben anderen spirituellen Ritualen sogar Cocalesen betreibt, ähnlich wie Kaffesatz lesen?

• Durch die Ausweitung der Sklavenarbeit in den Silberminen von Potosí und die damit verbundene Wichtigkeit von Cocakauen, waren Cocablätter damals sogar als Währung anerkannt.

• Mit der Entdeckung von Kokain als Betäubungsmittel und „Wunderdroge“ im 19 Jahrhundert blüht das Geschäft jedoch erst richtig auf. Cokainprodukte wie Marianiwein und Coca Cola werden weltberühmt.

• 1961: Der Gebrauch von Kokain und Cocablättern wird weltweit verboten, nur Coca Cola darf sein Monopol behalten und Coca weiterhin als „Geschmacksverstärker“ benutzen. In Coca Cola ist natürlich kein Kokain enthalten, jedoch verarbeitete das Monopolunternehmen im Jahr 1995 zB noch 204 Tonnen Coca.

• Coca ist gesund! Bereits 100g Coca decken mehr als den täglichen Bedarf vieler Nährstoffe und Vitamine! Hier ein Überblick:

• Benutzt man beim Kauen eine alkalische Substanz, im bolivianischen Amazonasgebiet z.B. Palmaasche und ein Stück Baumrinde, können 90% der Nährstoffe aufgenommen werden.

• Cocakauen macht nicht abhängig und kann sogar Krankheiten vorbeugen; verhindert unter anderem Darmkrebs und Demenz, reguliert den Zuckerstoffwechsel und kann Fettleibigkeit vorbeugen.

• Bolivien als „Verantwortlicher für das Drogenproblem“ gibt nach dem kalten Krieg dem Druck der USA und UNO nach und verabschiedet Antidrogengesetze, die die Ausrottung des nun illegalen Anbaus erwirken sollen. Stellt euch mal die Frage wer nun den Handel kontrolliert und ob das „Problem“ nun an der „Wurzel“ gepackt wurde. Der Anbau von Mohn, aus dem Opium und Heroin hergestellt wird, ist in ganz Europa legal. Bahnen nicht erst die Antidrogengesetze den Weg für illegale Geschäfte? Es gibt viele Kritiker, die eine Legalisierung anstreben.

• Die USA sind mit knapp 50% und rund 40 Milliarden US$ pro Jahr Hauptkonsument von Kokain. Die Erzeuger und damit auch bolivianischen Bauern verdienen an diesem Geschäft jedoch im Verhältnis kaum. Sobald 1kg Kokain (ca. 3000$) das Herstellungsland verlässt, steigt der Wert um das 10-fache und um das 50-fache sobald es Europa erreicht. Je nach Reinheitsgrad kostet das Kilo nun ca 100.000$! (Wir sparen uns an dieser Stelle Informationen zu Kartellen, der Mafia, Gewalt, Korruption und Terrorismus…ein ganz spannendes Thema, dass wir hier nicht vertiefen wollen, da es sonst den Blog sprengen würde! 😂)

• Und für alle die nun in dieses lukrative Geschäft einsteigen möchten noch ein paar Rezepte! 😜

In La Paz geht es am nächsten Tag steil hinauf – wir wechseln das Transportmittel und fahren mit dem „Teleferico“, ein Seilbahnsystem das La Paz vernetzt und sogar bis nach El Alto führt. Schon gestern hatten wir die vielen Seilbahnen vom Aussichtspunkt über die Stadt fliegen sehen. Vom „Tal“ in der Innenstadt nehmen wir die lila Linie, die uns bestimmt 400m steil hinauf führt und eine atemberaubende Sicht über La Paz bietet. Die Einheimischen neben uns im Wagon verstehen unsere ganze Aufregung sicher nicht, denn für sie ist es wie bei uns jeden Tag Busfahren. Erbaut von Schweizern ist dies ein ganz elegantes und superschnelles Fortbewegungsmittel in der Stadt, dem trotz ein wenig Ruckeln auch Simon schließlich auch vertraut.

Wir hatten bereits ein Kombiticket gekauft und wechseln in die graue Linie, die uns entlang der Bergkante fährt. Schon bald entdecken wir von oben die ersten Marktstände. Unser heutiges Ziel ist der „Mercado 16 de Julio“, der größte Markt Boliviens. Und wir können euch sagen es ist der größte Markt, den wir jemals gesehen haben…da kann selbst Bangkok einpacken. Man findet hier ALLES, von Lebensmitteln, Drogerieartikeln, Kleidung, Elektrowaren über Autoersatzteilen usw. Als wir später noch mit der blauen Linie bis nach El Alto fahren, erkennen wir erst aus der Vogelperspektive das gesamte Ausmaß des Marktes, der sich über hunderte Straßen erstreckt. Wir sind ein paar Stunden drüber gelaufen, aber haben bei Weitem nicht alles gesehen.

Zur Mittagszeit sitzen wir beengt neben ein paar Locals und schlürfen eine „Sopa de Mani“, traditionell Bolivianische Erdnussuppe.

Ulrike ist ganz begeistert von den Kleidern der indigenen Frauen, die in Peru und Bolivien „Cholitas“ genannt werden. Heute haben sich viele für den Donnerstagsmarkt besonders hübsch herausgeputzt und tragen feine Stoffe und verzierte Söckchen. Da es echt blöd ist Leute auf der Straße abzulichten, haben wir nur heimlich ein paar Fotos von hinten gemacht. So könnt ihr aber zumindest auch die traditionellen langen Zöpfe der Cholitas sehen. Leider haben wir es nicht mehr ins Cholita-Museum geschafft und hier noch etwas mehr über die traditionelle Bekleidung gelernt. Auf den ersten Blick sieht das Outfit nämlich ziemlich gleich aus, es gibt jedoch feine Unterschiede. So gibt Form und Tragen der Hüte zum Beispiel Aufschluss über den Familienstand und Rang in der Gesellschaft. Ach, und wusstet ihr das die Cholitas sogar eine eigene Wrestlingszene haben? Sich ein Match anzuschauen steht bestimmt auf der To-Do-Liste der nächsten Reise nach Bolivien. Simon besorgt sich noch Cocablätter zum Kauen, denn auch die helfen gegen die Symptome der Höhenkrankheit.

Den Rest des Tages machen wir noch ein paar Erledigungen. Simon versucht Equipment für die GoPro nachzukaufen und läuft auf der Suche nach einer Schraube für die Befestigung am Helm quer durch die Stadt. Ulrike lässt sich in der Friseurstraße um die Ecke „die Spitzen“ schneiden, doch die Haare werden leider viiiiel zu kurz. Das hat bisher jeder 2 EUR Friseur auf der bisherigen Weltreise besser hingekriegt…hmpf das kann jetzt mal schön wieder ein Jahr nachwachsen! Wir recherchieren am Abend noch einiges und buchen Hotel und einen Flug mit Amazonas, da wir davon ausgehen die nächsten Tage sehr schlechtes oder kein Internet im Dschungel zu haben. Dann packen wir unseren Rucksack, denn morgen früh werden wir bereits um 7 Uhr mit ganzem Gepäck abgeholt. Simon ist total entspannt, aber Ulrike kann vor Aufregung kaum schlafen…morgen fahren wir mit dem Mountainbike die Death Road!

Cochabamba

Im Herzen Boliviens

Wir suchen ein Gym, dass Samstagnachmittags geöffnet ist und fahren daher mit dem Bus einmal ans andere Ende der Stadt…eine nette Stadtrundfahrt. Das Gym liegt zufälligerweise in einer Gegend, wo heute ein riesiger Markt stattfindet. Es ist so wuselig und teilweise kaum ein Durchkommen. Nach dem Training sind wir ausgehungert und suchen erstmal eine Polleria, es gibt mal wieder Grillhähnchen für die extra Portion Eiweiß. 🙈

Dann erkunden wir den riesigen Markt und kaufen ein wenig ein. Die saftigen Chirimoyas springen uns direkt ins Auge. Hier in Cochabamba ist es wieder tropischer und es gibt eine gute Auswahl an Früchten und den größten Avocados die wir jemals gesehen haben. Die Prachtexemplare sind aber zu groß als das Ulrike sie in 2 Tagen essen könnte. Brot und Gebäck wird aus dem Kofferraum der Autos verkauft, frische Milch to go in Plastiktüten abgefüllt. Wir kaufen der herzlichen Cholita jedoch nur ihren frischen Käse ab. Überall wird gerufen, gedrängelt, Wagen voll mit Verkaufsgütern an uns vorbei geschoben und dann quetschen sich noch Busse durch die Menschenmenge. Es ist die reinste Reizüberflutung! Nachdem wir alles gefunden haben, was wir brauchen, sagt der Blick auf die Uhr das wir schon ziemlich spät dran sind. Wir versuchen ausfindig zu machen welcher der vielen Busse uns ans andere Ende der Stadt karren kann, jedoch ohne Erfolg. Wir stoppen einen Taxifahrer, doch er transportiert heute jedoch nur Möbel (ja man kann hier ALLES kaufen)?! Wir bahnen uns durch zur Hauptstraße und finden mit viel Glück ein freies Taxi, auch wenn wir mit dem Preis nicht so ganz einverstanden sind! Wir sind platt von der durchgemachten Nacht in Bus, dem harten Training und dem super chaotischen Markt. Gerne würden wir uns jetzt nochmal für ein paar Minuten ablegen. Wir sind jedoch verabredet und haben grad noch ausreichend Zeit uns fertig zu machen.





Clemencia und ihr deutscher Mann Olaf kommen und zum Essengehen abholen. Mit Clemencia hat Ulrike vor ein paar Jahren bei cosnova zusammengearbeitet. Sie ist die Distributorin für Bolivien und war eine der liebsten Kunden. Wir haben uns immer gefreut uns auf der jährlichen Sales Conference zu sehen. Olaf lebt bereits viele Jahre in Bolivien und importiert deutsches Bier ins Land. Wir haben einen lustigen Abend zu viert in einem traditionellen, bolivianischen Restaurant. Vertieft ins Gespräch haben wir ganz vergessen ein Erinnerungsfoto zu schießen, dass wir mit euch teilen könnten. Danke ihr beiden für die Einladung und eure Gastfreundschaft!

Wir erkunden am nächsten Tag die Stadt zu Fuß, nachdem es aufgehört hat zu regnen. Die Stadt ist ganz nett, aber Sonntags vieles geschlossen. In einem großen Kinogebäude ist jedoch ganz schön was los. Wir suchen hier die Toilette auf und entdecken Frozen Yoghurt, den wir anschließend auf der Bank vorm Kino verspeisen und die Jugendlichen beobachten.


Wir stecken einiges an Zeit in Recherche, da wir unschlüssig sind welche Route wir einschlagen sollen. Eigentlich waren wir nach Cochabamba gekommen, um von hier aus östlich einen Abstecher ins 4 Stunden entfernte Villa Tunari zu machen. Hier gibt es einen Nationalpark und man kann Touren in den Dschungel machen. Wir erfahren jedoch, dass es dort aber gar nicht sooo toll sein soll, der Wetterbericht sieht ziemlich verregnet aus und zudem ist der Ort wohl Basis von Morales. Andere hübschere Orte mit Option einen Ausflug in den Dschungel zu machen gäbe es bei Santa Cruz, jedoch schrecken uns die vielen Busstunden ab, die wir ja auch alle nochmal zurück nach La Paz nehmen müssen. Ihr seht Reisen ist manchmal gar nicht so „leicht“. Wir schlagen nun also die entgegengesetzte Richtung ein und buchen eine Unterkunft in La Paz, von da aus soll es dann trotz Regenzeit nach Norden in den Amazonas gehen.

Wir gehen in Cochabamba gleich noch ein Gym fußläufig von unserer Unterkunft testen. Zwischen den Regenschauern ist es mit Sightseeing eh etwas schwierig. Am Nachmittag besorgen wir Kuchen und gehen Clemencia und ihr Team im Büro besuchen. Eine nette Überraschung! Leider ist es danach schon etwas spät geworden, sodass wir es nicht mehr schaffen zur Christusstatue „Cristo de la Concordia“ hochzulaufen. Sie ist mit ca 40m die zweithöchste Christusstatue der Welt, und somit auch größer als die in Rio, Brasilien. Aber auch von unten aus der Stadt ist sie aus fast jeder Straße oben auf dem Berg zu sehen. Da es schon fast dunkel ist fährt Clemencia uns heim und wir gehen spontan noch schnell im Supermarkt etwas zusammen einkaufen. Außer mal wieder Rucksackpacken passiert am letzten Abend nicht mehr viel.


So friedlich wie die Atmosphäre in Cochabamba ist kann man sich kaum vorstellen, dass vor 4 Wochen hier heftige Auseinandersetzungen zwischen der Bevölkerung und Cocabauern von Morales stattgefunden haben. Wir fahren auch an der Polizeistation vorbei, die in den Medien gezeigt wurde, als sich die Polizei gehägen die Regierung stellte. Wir lernen auf unserer Reise durch Bolivien einiges über die „wahren“ Ereignisse im Land und die Meinung der Bevölkerung, interessant und erschreckend zu gleich. Da das hier aber kein politischer Blog ist, werden wir dies nicht weiter ausführen. Denkt einfach mal drüber nach, ob ihr immer glauben wollt was die Presse abdruckt. Zum Zeitpunkt unserer Reise werden wir mit keinerlei Demonstrationen oder gewalttätigen Handlungen konfrontiert und ihr könnt uns in absoluter Sicherheit wiegen!

Sucre

Die weiße Stadt

Wir kommen am Spätnachmittag in der Hauptstadt Boliviens an und nehmen ein „Trufi“, ein Bolivianisches Sammeltaxi vom Busbahnhof in die Innenstadt. Nun denkt man eine Hauptstadt ist groß und laut und dreckig, aber die Innenstadt von Sucre hat schon ihren Charme. Klar ist es wuselig auf den Straßen, aber es gibt keine Wolkenkratzer sondern viele hübsche, weiße Kolonialgebäude und Kirchen reihen sich aneinander.





Da das Trufi nur ungefähr am Hauptplatz vorbeifährt, haben wir mit Gepäck noch ein gutes Stück zu laufen. Unsere Unterkunft ist wunderschön und eine der besten der bisherigen Reise. Ein großes Zimmer mit liebe zum Detail, nette Nachbarn, riesige Gemeinschaftsküche und schöner begrünter Innenhof…für 12 EUR pro Nacht. Der Besitzer ist super lieb und freut sich über ein voll gebuchtes Gästehaus, was er erst vor 2 Monaten eröffnet hat. Wir fühlen uns bei Ankunft bereits richtig zu Hause! Im großen Supermarkt um die Ecke gibt es alles was macht sucht und sogar „Pan Aleman“, deutsches Brot. Das schreit nach einem deutschen Abendbrot mit Schinken, Käse, Senf, sauren Gürkchen und ner Suppe! 😂




Wir schlafen wie Babys und nach dem Frühstück und ein bisschen Recherche machen wir uns auf den Weg ins Gym etwas außerhalb des Zentrums. Nach 40min Fußmarsch müssen wir jedoch feststellen, dass Siesta in Bolivien wohl ab 12 Uhr ist und es sich nun nicht mehr lohnt. Wir checken noch 2/3 andere Studios in der Gegend ab, jedoch hat keins über Mittag auf…hmpf. Also laufen wir noch ein gutes Stück weiter zum Busbahnhof und organisieren ein Ticket nach Cochabamba. Es scheint tatsächlich nur Nachtbusse zu geben und so buchen wir den komfortabelsten und teuersten Bus. Wir beenden unsere Erkundungstour zu Fuß und gehen Mittag essen… das Gym muss dann eben bis heute Abend warten.

Auf dem Markt haben wir eingekauft und den Kühlschrank gefüllt. Es gibt hier auch so viele Stände mit magischen Kräutern, Wurzeln und die Kräuterhexen verkaufen Medizin gegen jede Krankheit. Nach dem Gym kochen wir einen großen Topf Linsensuppe. Irgendwie haben wir so einen Punkt erreicht, an dem sich das nicht allzu vielfältige Menü der kleinen Restaurants und Streetfood ständig wiederholt und wir froh sind unser eigenes Essen zubereiten können.


Am nächsten Tag fahren wir mit einem Trufi zum „Castillo de la Glorietta“, einem Schloss 20min außerhalb des Zentrums. Ob sich der Ausflug wirklich gelohnt hat, ist jedoch fragwürdig. Das Schloss ist von außen ganz hübsch anzuschauen, jedoch werden wir nach 5min gebeten Eintritt zu zahlen. Wir dachten der Eintritt galt nur dem Museum, das nicht lohnend sein soll, doch muss man anscheinend den vollen Eintritt zahlen auch wenn man nur mal drumherum läuft. Uuuups das haben wir nicht gewusst…unser Ausflug ist also ziemlich schnell beendet. Ein paar Schnappschüsse vom Schloss hatten wir jedoch bereits gemacht.




Wir fahren zurück zum Hauptplatz und machen dort statt im Schlosspark unser Picknick. Wie in jeder Stadt in Südamerika ist hier Treffpunkt für groß und klein, egal zu welcher Uhrzeit. Wir machen es also wie die Einheimischen und verbringen den ganzen Nachmittag hier und genießen das, im Gegensatz zu Potosí warme Wetter. Wir beobachten die Leute, lernen Spanisch und machen neue Bekanntschaften. Pablo sitzt neben uns auf der Bank und kommt ursprünglich aus Santa Cruz. Mit einer Mischung aus Englisch und Spanisch können wir uns gut verständigen. Die Bolivianer sind grundsätzlich ein sehr freundliches Volk und stellen neugierig Fragen wer ihr Land bereist…bis auf einige wenige, die „reiche“ Gringos versuchen abzuziehen. Von den 4 Ländern, die wir bisher in Südamerika bereist haben, muss man in Bolivien nämlich am meisten aufpassen nicht übers Ohr gehauen zu werden. Aber meist muss man nur lächeln und sagen das man den richtigen Preis kennt…



In Sucre hätten wir es auch gut noch ein paar Tage aushalten können. Die Stadt ist auch bekannt unter Langzeitreisenden, um günstig Spanisch zu lernen. Hätten wir ein bisschen mehr Zeit würden wir hier nochmal einen Kurs machen. Wenn man an abgelegenen Orten unterwegs ist, schätzt man auch mal für ein paar Tage alle Annehmlichkeiten und Angebote einer Großstadt. Seit Beginn unserer Reise finden wir das erste mal Naturjoghurt, der nicht gesüßt ist! Auf dem Markt gibt es neben zahlreichem Obst, Saaten und Nüsse. Die frischen Paranüsse sind die leckersten, die wir jemals gegessen haben und wir füllen unsere mobile Vorratskammer auf. Am letzen Morgen bereiten wir uns ein kaiserliches Musli, Fruit & Yoghurt zu. Dann machen wir noch ein paar Erledigungen, Wäsche, kaufen Simon neue Unterhosen und hängen den Tag noch mehr oder wenig ab.

Der Nachtbus fährt erst um 21 Uhr und wir hoffen diesmal, dass er verspätet ankommt. Denn eigentlich wollen wir aus Sicherheitsgründen lieber im Hellen in Cochabamba ankommen. Wir hatten Abenteuerliches über die schlechte Strecke gehört, können dies jedoch nicht bestätigen. Klar ist die Straße nicht besonders eben, aber wir haben bereits schlimmere Strecken gemeistert. Es ist nur wieder mal fürchterlich heiß im Bus und es lassen sich keine Fenster öffnen. Wir schlafen also mehr oder weniger wieder nur im Top und ohne Socken. Die Luft im Bus ist wirklich fürchterlich… Um bereits 5 Uhr, früher als geplant, schmeißt uns der Bus im Stockfinsteren am Busbahnhof raus und hier ist ganz schön was los um die Uhrzeit! Wir haben leider keine Möglichkeit unser Airbnb über die frühere Ankunft zu informieren, das Internet im Busterminal funktioniert nämlich nicht und so steigen wir auf gut Glück in eins der zahlreichen Taxen. Das wir noch früher als ausgemacht reingelassen werden ist jedoch in dem Moment nicht unsere einzige Sorge, denn nachts ein beliebiges Taxi heranzuwinken ist nicht unbedingt sicher. Zu allem Glück fängt es noch an zu regnen… Doch der Taxifahrer hat nichts Böses im Sinn und lässt uns in einem Wohngebiet für recht gut betuchte Bolivianer raus. Da die Klingel nicht funktioniert, hat unser Airbnb Host uns bereits das WLAN Passwort geschickt, was es einfacher macht das richtige Haus ausfindig zu machen. Nach einem kurzen WhatsApp Anruf dürfen wir um 6 Uhr morgens Einchecken. Wir sind super happy, dass alles geklappt hat und legen uns nochmal ein paar Stündchen schlafen.

Potosi

und der härteste & gefährlichste Job der Welt!?

Nach relativ kurzen 4 Stunden kommen wir pünktlich mit dem Bus in Potosi an und nehmen uns ein Taxi zu unserer vorgebuchten Unterkunft. Leider finden wir sie nicht auf Anhieb, der Taxifahrer kennt sie nicht und mehrere Passanten schicken uns erstmal in die falsche Richtung. Eine Dame aus der Touristenbranche weißt uns dann, nachdem uns der Taxifahrer rausgeschmissen hat, endlich den richtigen Weg. Die Freude es gefunden zu haben, währt jedoch nur kurz, denn es ist außer einem Gast kein Mensch in dem Gewölbe. Obwohl wir das Zeitfenster zwischen 13-14 Uhr ziemlich genau angegeben haben, ist einfach kein Check-In möglich. Nach 15 Minuten im kalten und modrig riechenden Gewölbe fällt die Entscheidung eine neue Bleibe zu suchen. Ulrike macht sich auf den Weg während Simon die ehrenvolle Aufgabe übernimmt, das Gepäck zu bewachen. Keine halbe Stunde später ist Ersatz gefunden, zum Glück nur wenige Meter weiter und dazu noch günstiger und schöner. Auf die Stornierungsemail kam nie eine Antwort…war wohl ein Geisterhaus…

Da wir uns nun auf über 4000m Höhe befinden, wird es nach Einbruch der Dunkelheit knackige 8 Grad kalt! Da hilft nur einzwiebeln mit allem was da ist, genauer gesagt 5 Decken im Bett im nicht isolierten Haus. Die Bolivianer tragen alle mehrere Schichten Klamotten, draußen sowie natürlich in den kalten Häusern drinnen…da kam die nicht unberechtigte Frage einer Mitreisenden auf: „Wie machen die eigentlich Kinder in der kalten Bude mit X Schichten Klamotten?“.😂 Uns wärmt an diesem Abend die brodelnde Lavasteinsuppe „Karapulca“, eine regionale Suppe auf Maisbasis, auf. Durch einen Lavastein in der Suppe raucht und sprudelt die Suppe sensationell!

Auch den auf ca. 60% reduzierten Sauerstoffgehalt merkt man jetzt mit jedem Schritt. Es sollen die höchstliegenden Nächte der bisherigen Reise sein und wahrscheinlich auch bleiben….einfach zu kalt! Nach einem ziemlich bescheidenem bolivianischem Frühstück erkunden wir heute einfach die Stadt mit ihren unzähligen Kirchen und Kathedralen. Leider ist nur recht viel geschlossen, da Sonntag ist. Zum Glück hat jedoch unser ausgewählter Tourenanbieter offen, um eine Tour in die berüchtigten Silberminen von Potosi zu organisieren. Der Guide spricht einwandfrei Englisch und so buchen wir die Tour für den nächsten Tag, Sonntags wäre dort eh nichts los.

Ganz entspannt geht’s am nächsten Tag um 10 Uhr los. Lediglich ein anderes Pärchen aus Urugay ist mit an Bord des Busses, die jedoch einen Spanisch sprechenden Guide haben. So haben wir mal wieder eine Privattour. Der erste Stopp ist der „Mercado de Mineras“. Hier bekommt man alles was das Minenarbeiterherz höher schlagen lässt und für den Abbau gebraucht wird. Die in Kooperativen zusammengeschlossenen Minenarbeiter sind selbstständig und und müssen sich daher selbst ausstatten: Bekleidung, Helme, Lampen, Schaufeln, 96%igen Alkohol, Dynamit und vieles mehr. Dynamit? Richtig! Hier kann JEDER ohne irgendwelche Lizenzen und Genehmigungen einfach Dynamit kaufen, der einzige Ort auf der Welt an dem das legal möglich ist. Ein sogenanntes „Completo“ besteht aus Dynamit, Zündschnur und Verstärkerladung und kostet nur 20 BOB / 2,50 Eur! Es ist üblich den „Mineras“ ein paar kleine Geschenke mitzubringen, da sie uns ihren Arbeitsplatz hautnah erleben lassen. Und so nehmen wir neben Dynamit ein paar Flaschen Softdrinks für die schweißtreibende Arbeit mit. Freitags wäre eher Hochprozentiges angebracht. Ein alter Mann sitzt am Straßenrand und verkauft Schweineköpfe…sehr bizarrer Markt…

Im Bekleidungsdepot werden wir mit allem Nötigen ausgestattet, was für die Begehung der Mine nötig ist. Eine halbe Stunde später stehen wir nochmal 500m weiter oben auf dem Montaña „Cerro Rico“, übersetzt Reicher Berg, direkt vor dem Eingang einer der Minen. Die ersten bis zu 2 Tonnen schweren Gleisschütten mit Geröll kommen uns draussen entgegengeschossen, alles nur per Muskelkraft von 2-3 Arbeitern angetrieben.

Nun heißt es aber Licht an und ab in den dunklen Stollen. Die ersten paar Hundert Meter sind noch relativ geräumig, wir müssen nur immer mal wieder den Gleischütten seitlich ausweichen, denn wenn diese einmal rollen, dann rollen sie! Die Arbeiter hüpfen dabei immer mal wieder hinten drauf, um ein paar Meter mitzufahren bevor sie wieder anschieben. Unser Guide übergibt ihnen bei rasender Geschwindigkeit die Softdrinks.

Umso tiefer wir in die Mine eindringen, umso enger und verwinkelter werden die Gänge. Für Klaustrophobige oder generell ängstliche Persönlichkeiten, ist das hier definitiv nichts. Zudem sollte man körperlich recht fit sein, denn wir befinden uns immerhin auf 4500m Höhe, es ist warm, die Luft ist extrem staubig und das gebeugte und gehockte Gehen super anstrengend. Das der gesamte Berg, der durchlöchert ist wie ein Schweizer Käse, einsturzgefährdet ist und bereits über 8 Millionen Menschenleben seit Beginn des Abbaus im 17 Jh gefordert hat, gibt der Psyche ordentlich Futter. Die fragwürdigen, wenig vorhandenen alten Stützbalken, wecken nur wenig Vertrauen. Sicherheitsvorkehrungen jeglicher Art sind schlicht nicht vorhanden.

Bei einer Verschnaufpause in einem etwas größerem Raum, erzählt unser Guide die Geschichte des Bergs, über die harten Arbeitsbedingungen und die Kultur der Mineros. Außerdem sitzen wir neben „El Tio“, einer großen rituellen Teufelsfigur, die liebevoll „der Onkel“ genannt wird. Er wird verehrt, geschmückt und mit hochprozentigem Alkohol überschüttet ganz im Sinne von „Pachamama“, Verehrung von Mutter Erde der indigenen Völker. Plötzlich knallt es, die Explosionen von Dynamit sind in der Ferne zu hören und der dumpfe Bass zieht uns durchs Mark. Das ist kein Scherz und dies ist keine stillgelegte „Touristenmine“, sondern der Arbeitsplatz vieler Potosianer. Wir lauschen bei düsterer Atmosphäre den Infos unseres Guides und ein paar Facts möchten wir mit euch teilen.

Im Cerro Rico arbeiten 15000 Mineros verteilt auf 400 Minen und über 100km Stollen. Frauen arbeiten nur Außerhalb der Stollen. Die jüngsten Arbeiter sind 14, ja Kinderarbeit ist offiziell verboten doch kontrolliert das hier keiner. Und wer soll schließlich das Brot für die Familie verdienen, wenn der Papa sein Leben in der Mine gelassen hat?! Die Minen sind aufgeteilt auf 12 Kooperativen. Bergarbeiter, meist Gruppen aus 3-15 zusammen gefundenen Personen oder Familien kaufen Bereiche in den Minen und zahlen eine Gewinnbeteiligung an die Kooperative sowie Steuern an den Staat, je nach Erlös. Die Arbeiter agieren selbstständig und bestimmen über Arbeitszeit und Vorgehensweise. Es gibt eine Hierarchie, 1st Class Miner (10 Jahre Erfahrung) bis 3rd Class Miner (Neueinsteiger) und daran orientieren sich auch die aufgeteilten Erlöse des Abbaus. Das Gehalt eines guten Mineros beträgt ca. 500 Euro im Monat und damit 3x mehr als der Durchschnitt eines Arbeiters in Potosi. Die Arbeiter essen in den Minen nicht, teilweise sogar 12 Stunden oder mehr, denn die Nahrung wäre mit giftigem Staub kontaminiert. Um die harte Arbeit bewältigen zu können und den Hunger zu unterdrücken, werden große Mengen Coca-Blätter gekaut. Sie liefern Energie und betäuben die Schmerzen. Werkzeuge und Zubehör werden aus eigener Tasche gezahlt und außer Presslufthammer und Bohrer gibt es keine andere technische Hilfsmittel. Die Hauptabbauprodukte sind Silber, Zink, Zinn, Blei und Kupfer und werden von den Mineros in Säcken mit rund 50kg durch die engen Gänge geschleppt. Anschließend können die Abbauprodukte mit Hilfe der bis zu 2 Tonnen schwer beladenen Gleisschütten nach draußen befördert werden.

Eine Dynamitladung sprengt ein Loch von ca. 60cm in den Fels, die Zündschnur brennt 3 Minuten und somit kann der „Sicherheitsabstand“ von 40 Metern eingehalten werden. Der Berg ist durch die ganzen Tunnel jedoch bereits von 5000m auf 4700m abgesackt und ist permanent einsturzgefährdet. Die Regierung wollte den Bergbau aufgrund der hohen Einsturzgefahr bereits einstellen, ex-Präsident Evo Morales hat dies jedoch verhindert. Der Ort Potosi würde sich ohne Bergbau in eine Geisterstadt verwandeln, da es kaum noch Arbeitsplätze geben würde. Seit dem 15. Jahrundert sind ca. 8 Millionen Menschen im Zusammenhang mit dem Bergbau in Potosi ums Leben gekommen. Heutzutage sind es immerhin noch ca. 50 Mineros pro Jahr, die durch Unfälle umkommen. „Wir essen die Mine und die Mine isst uns!“ Wer nicht durch Unfälle stirbt, hat jedoch mit 45-55 Jahren keine lange Lebenserwartung und viele erkranken an der Lungenkrankheit Silikose (Quarzstaublunge). Obwohl man sich dieser Tatsache bewusst ist, trägt niemand einen Atemschutz trotz des giftigen Staubs. Mit Mundschutz wäre das Atmen in der Mine kaum möglich.

Freitags wird besonders viel getrunken und El Tio rituell mit Alkohol und Zigaretten beschenkt, um seine Gunst für sicheres Arbeiten zu erlangen. Ein anderes glückbringendes Ritual ist es, im Juni zur Sommersonnenwende Lamas zu schlachten, die Mineneingänge mit deren Blut zu bespritzen und das Fleisch anschließend beim BBQ zu verzehren. Kopf und Eingeweide werden verscharrt, als Geschenk für Pachamama, Mutter Erde. Klingt brutal, gehört aber zur Kultur der indigenen Bevölkerung dazu.

Nachdem wir wieder etwas zu Atem gekommen sind geht’s weiter und vor allem wird es noch viel beklemmender. An manchen Stellen fragen wir uns tatsächlich, ob der liebe Guide uns verarschen will…nein will er nicht, er zeigt uns nur den Alltag hier drin. Wir rutschen durch schmale Schächte aus losem Sand und Geröll in die Tiefe, nicht breiter als der Umfang eines Gullideckels und müssen dort später auch wieder hochkriechen. An anderen Abschnitten geht es nur kriechend vorwärts, sogar unser kleiner Rucksack muss vorneweg geschoben werden, so schmal ist der Durchgang. Hier und da ein kleiner Balanceakt auf einem Balken über 7m Abgrund oder Abseilen an besonders steilen Kanten bleibt uns auch nicht erspart. Immer wieder treffen wir auf Arbeiter und schauen ihnen eine Weile bei der schweißtreibenden Arbeit zu. Wir beobachten zwei Mineros beim Bohren von Löchern fürs Dynamit, da kommt unser Geschenk grad gelegen. Einmal schalten wir alle Helmlampen aus und es wird klar, kein Licht bedeutet Tod hier drin, denn es ist das dunkelste Schwarz was man sich nur vorstellen kann…die Stimmung ist gedrückt, eine Mischung aus Adrenalin und purer Fassungslosigkeit.

Nach guten 2,5 Stunden kehren wir gebeutelt und geflasht an die Oberfläche zurück und sind wirklich froh darüber. Die Augen müssen sich erstmal wieder an das gleißende Sonnenlicht gewöhnen. Wir sind froh wieder draußen zu sein!

Wir sind zu tiefst beeindruckt und traurig, unter welchen Umständen, Bedingungen und Gefahren die Menschen hier ihren Lebensunterhalt bestreiten. Für viele der Stadbewohner ist dies die einzige und beste Option Geld zu verdienen, es ist Fluch und Segen zu gleich. Die Einheimischen sagen: „Wir essen den Berg und der Berg isst uns.“ Zudem bringt es zusätzlich ein paar Tourismuseinnahmen. Allein die Tatsache, 12 Stunden keine Nahrung zu sich zu nehmen bei dieser extremen körperlichen Arbeit, ist unvorstellbar… Dagegen würde man vermutlich jeden noch so harten und gefährlichen Job in Deutschland mit Kusshand annehmen. Irgendwann wird wohl der Tag kommen, an dem entweder der Abbau im Cerro Rico verboten wird oder der ganze Berg wie ein Kartenhaus zusammenstürzt und viele Menschen unter sich begraben wird. Wir hoffen inständig auf Ersteres. Doch was auch passiert, es wäre ein schweres Schicksal für Potosi…

Wir hatten übrigens eine Nacht in Potosí verlängert, da es in der Stadt bunt hergehen soll aufgrund des Kirchenfeiertags der Heiligen drei Könige. Schon am Sonntagvormittag hatten wir viele gesehen, die ihr Jesus-Krippenkind zum Weihen mit in die Kirche nahmen. Nachdem wir uns nach Rückkehr in der Stadt der Minenausrüstung entledigt haben, entscheiden wir uns zu Fuss zum Hotel zurück zu gehen. Auf dem Weg treffen wir bereits eine feiernde Horde mit Musik, Tanz, Speis, Trank und vielen Blumen. Wir gönnen uns erstmal ein leckeres Bratenbrötchen und schauen als einzige Touristen dem Treiben eine Weile zu. Man bietet uns Chicha an und wir trinken alle aus dem gleichen Becher. Salut!

Als wir am Nachmittag nach langer und ausgiebiger Dusche und Rast das Hotel wieder in Richtung Hauptplatz verlassen, ist der ganze „Spuk“ leider schon vorbei und es wird bereits aufgeräumt. Da hätten wir doch etwas mehr erwartet. Egal, wir hätten nach dem anstrengenden Minenbesuch ohnehin heute keine Lust mehr gehabt in die nächste Stadt weiter zu fahren. So besichtigen wir doch noch die riesige Kathedrale, die am Vortag geschlossen war. Vom Kirchturm hat man einen tollen Blick über die Stadt und natürlich auch auf den Cerro Rico.

Wir finden etwas abseits des Zentrums einen Grillmeister, der eine Schweinehälfte nach der anderen vom Feuer holt. Für Takeaway oder zum dort essen die Locals kaufen Portionen für die ganze Familie. Da können wir natürlich nicht widerstehen und nehmen eine „kleine“ Portion knuspriges Chicharron mit. Der restliche Abend verläuft dann ganz entspannt, bevor wir am nächsten Morgen Richtung Sucre aufbrechen.

Salar de Uyuni

Ausflug in die größte Salzwüste der Welt

Obwohl der Bus normalerweise nur 3 Stunden braucht, sind wir fast 5 Stunden nach Uyuni unterwegs. Wir halten zwischendurch für eine Mittagspause und kaufen frischen Ziegenkäse, der von den Locals hergestellt wird. Das einige Verkäufer Essen und sonstige Waren im Bus anbieten sobald er anhält, ist in Bolivien ganz normal. Wir kaufen Tamales, ein perfekter Bussnack im Maisblatt. Am nächsten Busstop werden wir ungeplant in einen Minivan verfrachtet, dennoch sind wir nicht schneller und werden von allen anderen Fahrzeugen überholt… Neben uns sitzt nun eine Bolivianerin, der Simon mit ihrem Gepäck geholfen hat. Ihr einjähriger Sohn ist super neugierig und wir bespaßen ihn auf der weiteren Fahrt.

Die Stadt Uyuni selbst hat recht wenig zu bieten und so halten wir nach Ankunft erstmal Ausschau nach einem Gym. Dies wird zwar nun auf der Höhe von fast 4000m kein leichtes Workout, aber da Tupiza kein Gym hatte, ist das Training nun überfällig. Wir versuchen auf der Reise jeden dritten Tag ein Gym zu finden. Wir kaufen auf dem Markt vorher noch schnell ein paar Lebensmittel, damit wir später noch Gemüse und Nudeln mit dem frischen Ziegenkäse essen können. Sooo lecker und gar nicht so stalling wie in Deutschland!

In vielen bolivianischen Badezimmern ist der „Durchlauferhitzer“ im Duschkopf integriert. Im Hotel in Uyuni haben wir ein besonders sicheres Exemplar dieses Modells, denn der Neutralleiter hängt einfach ohne Erdung in der Dusche rum. Wir hatten dennoch ein warmes Duscherlebnis, ohne Stromschlag…

Am nächsten Morgen laufen wir zum Touranbieter rüber, bei dem wir gestern 2 Plätze für den Ausflug in die Salzwüste gebucht haben. Noch nie haben wir so viele Geländewagen an einem Ort gesehen, die ganze Stadt steht voll davon! Zum Glück haben wir eine nette Gruppe bestehend aus 2 Kolumbianern und einem französischen Pärchen auf Weltreise. Wir haben die etwas günstigere, spanische Tour gebucht, was definitiv eine gute Wahl war. Denn obwohl für die meisten Europäer in der beginnenden Regenzeit Nebensaison ist, wird Uyuni nun von Asiaten überschwemmt. Wie schlimm wäre der Tag mit einer Gruppe Chinesen in der englischen Tour gewesen! 🙈 Die Asiaten reisen allerdings nur an, wenn es bereits geregnet hat und sich die Salzwüste in einen riesigen Spiegel verwandet. Dies ist für die fotosüchtigen Asiaten das Highlight in Bolivien und wir treffen ein südkoreanisches Paar im Hostel, dass gleich eine ganze Woche in Uyuni gebucht hat. Wir können uns auf jeden Fall glücklich schätzen, dass in der Nacht vor der Tour ein heftiges Gewitter runter kam und wir Zeugen von dem Naturschauspiel werden dürfen. Neben der Salzwüste sind nun jedoch auch viele Straßen raus aus der Stadt komplett überflutet und selbst mit Geländewagen nicht passierbar.

Wir bahnen uns einen Weg aus dem Ort und halten beim ersten Stop, dem Zugfriedhof. Hier ist ganz schön was los! Wir klettern über ein paar rostige Wagons und schießen ein paar Fotos, so wie alle Touris hier. Wir kaufen ein kleines Wolllama, dass später Fotomotiv für ein paar lustige Bilder werden soll. Irgendwie hatten wir vorher nicht daran gedacht etwas zu besorgen.

Dann geht es weiter in ein kleines Örtchen mit 1001 Souvenirshops. Keiner aus unserer Gruppe ist interessiert hier einzukaufen und so nutzen wir die Zeit uns besser kennenzulernen. Dann geht es endlich weiter Richtung Salzwüste! Bevor wir hinein fahren, werden wir alle mit ein paar Gummistiefeln ausgerüstet. Wir watscheln in den heißen Tretern vorbei an ein paar Quellen, die unterm Salz sprudeln, und schießen die ersten Spiegeleffekt-Fotos. In der Ferne entdecken wir sogar 3 Flamingos.

Das illegale Salzhotel mitten in der Salzfläche wird nicht bewohnt, drumherum sammeln sich jedoch die Geländewagen der Touren und bereiten Mittagessen vor. Im Kofferraum wird ein kleines, aber leckeres Buffet aufgebaut. Wir stärken uns für den weiteren Foto- und Videomarathon.

Bewaffnet mit dem klassischen Dino, schickt uns der Guide in die Salzwüste. Wir versuchen mit Dino und Llama ein paar lustige Bilder zu inzidieren, aber uns fehlt die Erfahrung und das Salz spiegelt so sehr, dass man kaum etwas auf dem Display erkennen kann. Schnell steht jedoch fest, dass das Lama auf jeden Fall zu klein ist und daher nur vom Dino gefressen werden kann.

Unser Guide kommt uns abholen und er hat die nötige Erfahrung für ein paar lustige Bilder. Bewaffnet mit unseren Handys ist er heute nicht nur Fahrer und Koch, sondern auch ambitionierter Fotograf. Hier zunächst ein „behind the scenes“ Beweisfoto.

Wir halten noch 2/3 Mal und machen Fotos und Fotos und Fotos. Wenn kein Wasser die Salzwüste bedeckt, führt die Eintagestour noch zu einer Insel in der Salzwüste und zu einem Aussichtspunkt um den Vulkan Tunupa zu sehen. Das Wasser lässt einen aber nur langsam voran kommen und die Fahrt ist nicht ganz ungefährlich. Wir sind den Rest des Tages also nur mit Spiegeleffektfotos machen beschäftigt und dies kann ganz schön ermüdend sein. Dennoch lohnt es sich und wir konnten ein paar coole Aufnahmen machen. Da es sich gegen Abend schon wieder sehr zuzieht und ein neues Gewitter in Anmarsch ist, wird es leider nix mit spektakulärem Sonnenuntergang. Platt von dem langen Tag und hungrig bitten wir den Guide uns bereits eine halbe Stunde früher wieder zurück nach Uyuni zu fahren.

Besonders lustig fanden wir die Gruppenvideos, die unser Guide aufgenommen hat. Wir haben die für euch in einem Video zusammengeschnitten:

Nach einem langen Tag kehren wir abends platt und völlig verbrutzelt zurück ins Hotel. Obwohl wir uns gut eingecremt und möglichst viel bedeckt hatten, sind die vielen Stunden auf der Salzfläche nicht spurlos an uns vorüber gegangen. Das Salz reflektiert die Sonne extrem und so haben wir uns Stellen verbrannt, an die sonst wenig Sonne kommt… den Hals und hinter den Ohren. Wir cremen mit Bepanthen, doch dennoch tut das Liegen auf der Seite ganz schön weh. In ein paar Tagen werden wir uns wie die Schlangen schälen…

Bolivien 🇧🇴

wir reisen durch das ärmstes Land Südamerikas

Hier ist unsere geplante Route:

Villazón – Tupiza – Uyuni – Salar de Uyuni – Potosí – Sucre – Cochabamba – La Paz – Death Road – Coroico – Rurrenabaque – La Paz – Copacabana (Grenzübergang Peru: – Puno – Arequipa – Lima)

Der Grenzübergang von Argentinien nach Bolivien kann man nicht mit einer Busgesellschaft passieren. Wir sind ganz früh morgens von Salta gestartet und am Busbahnhof angekommen, geben wir die letzen Argentinischen Peso aus. Dann laufen wir einmal quer durch das Grenzörtchen La Quiaca und stellen uns an der Grenze an. Die Grenze verläuft entlang eines Flusses und vor der Brücke stehen auf beiden Seiten kleine Häuschen. Viele Träger schaffen Kisten mit Wein, Trauben und Öl auf die Bolivianische Seite. Hilfsmittel gibt es bis auf das Tuch, womit die schweren Güter auf den Rücken geschnallt werden, keine und auch die Frauen schleppen sichtlich schwer.


Das Ausstempeln funktioniert reibungslos und wir erhalten jeweils einen Papierschnipsel, den wir für die Ausreise aufbewahren sollen. Erst einen Tag später stellen wir zufällig fest, dass der Beamte Simon einen falschen Ausdruck mit falschem Namen ausgehändigt hat…wir sind gespannt ob die Ausreise nun auch so reibungslos funktioniert und er wieder ausreisen darf?! Wir laufen über die Brücke und suchen den Grenzbeamten am Schalter, um in Bolivien einzustempeln. Ein Polizist zeigt auf einen Aushang, der glücklicherweise auf Englisch ist. Man hat vor Kurzem den Grenzübergang vereinfacht und so gilt der Ausreisestempel gleichzeitig als Einreisestempel nach Bolivien. Das hatten wir vorher nicht gewusst, aber sind happy nicht noch länger anstehen zu müssen. Zu Fuß geht es also nun durch Villazón auf der Suche nach einem Geldautomaten, damit wir in den nächsten Bus steigen können. Beides ist nach kurzer Zeit gefunden und im Minivan fahren wir noch eine gute Stunde bis Tupiza.



Tupiza

Verschlafenes Nest und Ausgangspunkt für alternative Touren in die Salzwüste „Salar de Uyuni“

Ursprünglich war es unser Plan gewesen von Tupiza aus eine viertägige 4×4 Tour zu machen, die in Uyuni endet. Jedoch haben wir um San Pedro de Atacama bereits mit dem Camper die bizarre Landschaft, Lagunen, Geysire erkundet und Flamingos beobachtet. In Argentinien waren wir 8 Tage mit dem Motorrad unterwegs und sind in den Salinas Grandes selbst über Salz gebrettert. Hätten wir dies nicht erlebt, wäre die hier ähnliche Landschaft bei einer viertägigen Tour sicher ein Highlight unserer Reise gewesen. Die Touren ab Tupiza sind sicher eine gute Wahl auf einer nicht ganz so touristischen Strecke wie sie eher zwischen San Pedro de Atacama und Uyuni üblich ist. Außerdem sagt man den Fahrern auf dieser vielbefahrenen Strecke ein Alkoholproblem nach, was uns tatsächlich auch später die Dame bei der Agentur in Uyuni bestätigen wird.

Wir verbringen also 3 Nächte in Tupiza und genießen die ersten bolivianischen Vibes. Sicher fühlen wir uns hier allemal und wir laufen auch im Dunkeln aus dem Zentrum zurück in unsere Unterkunft. Auch wenn der kleine Ort Tupiza nicht Zentrum der Demonstration und Ausschreitungen von vor ein paar Wochen war, fallen uns direkt die Wahlkampanien von Evo Morales auf. Überall an freien Flächen, auf Steinen und Mauern steht „Evo Presidente 20-25“ oder „Evo Si“ und oft sind sie übersprayt mit „No“, „No Mas“ und „Fraude“. Ein Land das momentan politisch zerrissen scheint, jedoch vorerst ruhig ist, bis vermutlich die Neuwahlen anstehen. Es gibt aktuell keine Demonstrationen oder Straßenblockaden, sodass ihr zu Hause euch keine Sorgen um uns machen müsst. Statt nur einen kleinen Ausflug in die Salzwüste, wollen wir nun doch das ganze Land bereisen.

Wir erkunden den Ort, die Märkte und die regionale Küche. Die Lokals essen erstaunlich gern Pizza und es gibt in Tupiza ein ganz kreatives Restaurant namens „Tu Pizza“ haha. Wir sind happy das Humidas auch in Bolivien verbreitet sind und essen den leckeren Maissnack im Maisblatt auf dem Markt. Wir entdecken jedoch auch andere bizarre Dinge auf dem Markt, so wie getrocknete Lamababies und allerlei anderes „Hokuspokus“. Das Vergraben eines Lamafötus unterm Fundament eines neu errichteten Hauses soll den zukünftigen Bewohnern Glück, Schutz und Reichtum bescheren. Es ist ein Geschenk an „Pachamama“, Mutter Erde und uralte Tradition. Ob die Lamababies tatsächlich nur Totgeburten sind, können wir nicht bestätigen.


An den Ständen der lokalen Märkte entdecken wir außerdem massenweise rote und gelbe Unterwäsche. Sie soll Glück bringen, wenn man sie in der Silvesternacht trägt. Rot für die Liebe und gelb für Reichtum. Wir haben allerdings nicht rausfinden können, was einem im neuen Jahr beschert, wenn man einen Vogel drunter trägt? 😂

Am Tag vor der Silvesternacht werden überall Böller und Feuerwerkskörper verkauft. Wir decken uns nur mit einem Paket Wunderkerzen ein. Außerdem ist es Brauch falsches Geld eingebettet auf Grünzeug und anderer Deko in der Silvesternacht zu verbrennen.



Auf der Suche nach ein wenig Silvester Bling Bling finden wir einen Stand von ein paar süßen Schulkindern betrieben. Ein kleines Mädchen begutachtet uns ganz neugierig und traut sich erst mit ihrer großen Schwester zum Hallo sagen rüber zu kommen. Wir entscheiden ein selbstgebasteltes Hütchen für Ulrike und eine Krawatte für Simon zu kaufen. Die Kinder sind mächtig stolz und freuen sich uns etwas verkauft zu haben. Ganz aufgeregt traut sich das kleine Mädchen ein Foto mit den exotischen Einkäufern zu machen. Grundsätzlich geben wir bettelnden Kindern kein Geld, weil wir es nicht korrekt finden das Eltern die Kinder zum Betteln statt in die Schule schicken. Ein kleines Schulprojekt wie dieses unterstützen wir jedoch gerne und die glücklichen Gesichter hättet ihr mal sehen müssen!



Wie feiert man denn Silvester in Bolivien?

So genau wussten wir es auch nicht und fanden es ganz spannend an einem absolut untouristischen und kleinen Ort ins neue Jahr zu starten. Großes Feuerwerk und schicke Parties, für die wir eh kein Outfit dabei gehabt hätten, gibt es sicher in jeder größeren Stadt auf der Welt. Wir fragen im Hotel und beim Einkaufen nach und beide empfehlen uns so gegen 22-23 Uhr auf dem Hauptplatz zur Fiesta zu gehen. Bewaffnet mit unseren schicken Accessoires, Bier und Sekt gehen wir der Empfehlung nach. Um 23 Uhr ist noch nicht allzu viel los, da der Silvesterabend hauptsächlich im Freundes- und Familienkreis zu Hause gefeiert wird. Wir tun es den Bolivianern nach und setzten uns ganz Stilecht mit Plastikbecher auf die Parkbank und warten ab was passiert. Kurz vor Mitternacht füllt sich der Platz ganz langsam mit Groß und Klein. Aus der Ferne hört man Trommeln und Flöten näher kommen und am Ende sind es 3 Karnevalsgruppen, die mit Trommeln und Tanz das Neujahr einläuten. Viele schließen sich den Gruppen an und drehen tanzend unendliche Runden um den Platz. Konfetti wird nach Mitternacht über die Köpfe gestreut und natürlich dürfen auch ein paar Böller und Feuerwerk nicht fehlen. Sehr lustig finden wir die traditionell gekleideten Frauen, die mit einem Büschel Maisblättern herumwedeln. Wir sind die einzigen Gringos auf dem Fest und genießen das Spektakel.




Neujahr schlafen wir aus und gehen erst spät auf Essenssuche, was gar nicht so leicht ist, da fast alles geschlossen hat. Neujahr ist auch hier Feiertag und viele lassen sich am oder bis zum heutigen Tag volllaufen. Wir finden ein paar Schnapsleichen und einige, die noch nicht genug haben, sitzen mit Flaschen bewaffnet auf der Ladefläche eines Pickups und lassen sich vom hoffentlich nüchternen Fahrer herumfahren. Wir finden ein geöffnetes Parilla Restaurant, jedoch gibt es nur noch verkohltes Fleisch auf dem Grill, keine Beilagen mehr und der Kellner hat eine üble Fahne. Wir suchen weiter und haben schon Bedenken bei „Tu Pizza“ zu landen, als wir ein kleines Restaurant finden. Es ist unsere einzige Option heute etwas zu Essen zu bekommen und Lomito und Milanese schmecken besser als erwartet.

Wir machen noch einen Spaziergang und laufen zur Chistusstatue hoch. Von hier oben hat man einen schönen Blick über Tupiza und heute ist auch der bisher schönste und wärmste Tag. Für größere Wanderungen durch die bizarren Felslandschaften war das Wetter leider zu unbeständig. Am ersten Abend hatte es ein heftiges Gewitter gegeben, mit lautem Donner und pinken Blitzen, die die Straßen taghell erleuchtet haben. Ulrike hatte richtig Angst bei dem heftigen Gewitter draußen rumzulaufen. Wir hatten es gerade so noch heim geschafft, bevor es ordentlich angefangen hat zu schütten.

Am 2. Januar geht das normale Leben im Örtchen weiter und wir fahren mit dem Bus weiter nach Uyuni. Am Busbahnhof werden die Städte ausgerufen, wie von Marktschreiern. Säcke mit Lebensmitteln werden unten in den Bussen verfrachtet. Wir haben Glück noch Plätze in einem passablen, großen Bus zu ergattern und das unser Rucksack in einer anderen Klappe als das ganze Grünzeug Platz findet. Simon tauft den neben uns stehenden Schrottbus „Cruz del Muerte“, denn wer mit diesem Gefährt lebend ankommt, kann sich glücklich schätzen.


In Deutschland wäre es undenkbar, dass dieser Bus eine Straßenzulassung erhält und wir würden da auch nicht einsteigen. Hier in Bolivien müssen wir wohl dennoch wieder etwas Komfort und Hygiene einbüßen, denn die super ausgestatteten Busse wie von „Cruz del Sur“ in Peru gibt es eher weniger. Auch auf den öffentlichen Toiletten kann man sich freuen, wenn es fließendes Wasser gibt. Ansonsten wird eben mit Kanistern aus der Tonne geschöpft… Grundsätzlich finden wir es bisher in Südamerika aber viel sauberer und weniger vermüllt als in Südostasien.

Cafayate 2.0

Wir kehren zurück in dieses wunderschöne Örtchen, da wir 1 Tag auf der Motorradreise einfach zu kurz fanden. Unsere letzte Unterkunft dort war über Weihnachten ausgebucht, aber da wir alternativ in Salta Weihnachten verbracht haben, ist danach ein Zimmer frei und wir checken wieder im gemütlichen und blitzsauberen Zimmer ein. Der Busbahnhof liegt zwar auf der anderen Seite des Ortes, aber Cafayate ist recht klein und so kann man die 1,5 km bis ans andere Ende locker mit Gepäck laufen. Wir machen unterwegs dennoch für ein spätes Mittagessen halt und die in Argentinien wesentlich kleineren Empanadas, werden hier mit einer scharfen Tomatensalsa gereicht. Wir erkunden diesmal den nördlichen Teil des Städtchens zu Fuß, verpassen Simon einen neuen Haarschnitt und kaufen Gemüse fürs nächste Mittagessen. Ulrike verhandelt mit einem Melonenverkäufer, da wir niemals eine riesige Melone in 2 Tagen verputzen können. Eine halbe kleine Melone soll es werden, aber schließlich verlässt sie den Stand mit der ganzen Melone. Auf der anderen Straßenseite hatte ein älterer Mann sie beobachtet und will nun wissen wie viel Geld sie gelassen hat. Er nickt zufrieden! 😂

Der nächste Tag wird ein Freibadtag, denn irgendwie haben wir grad nicht mehr so viel Lust auf Weinverkostung…warum nur?! Das Schwimmbad ist riesig und liegt direkt neben dem Busbahnhof, jedoch hatten wir es beim ersten Besuch gar nicht wahrgenommen. Wir sind fast die einzigen Gäste zur Öffnung um 11 Uhr und genießen die Ruhe. Ulrike zieht eine ganze Stunde Bahnen und endlich kommt die Schwimmbrille nochmal zum Einsatz. Nur in Iquique, Chile war der Pool grad groß genug um ein wenig zu schwimmen – hier ist die Bahn mindestens 100m lang. Der Grund warum das Schwimmbad mittags so leer ist, ist vermutlich das man sich im Wasser fürchterlich den Pelz verbrennen kann…da hilft auch später nur noch im Schatten liegen und Melone essen nichts.

Als es gegen 16 Uhr so richtig voll wird, laufen wir Heim. Eine Spezialität in Cafayate ist Weineis und so probieren wir das erfrischende Torrontés-Eis auf dem Heimweg. So ganz ohne Promille kommt man in Cafayate wohl doch nicht durch den Tag, wobei wir nicht so genau wissen wie viel Umdrehungen das Weineis hatte.

Das „Mittagessen“ kochen wir erst um 18 Uhr und soll nur als Vorspeise dienen, denn wir wollen zu späteren Stunde noch Fleisch essen bevor wir Argentinien bald schon verlassen. Es ist ohnehin nur unsere Portion Gemüse und die Restaurants öffnen, wie ihr nun auch wisst, erst sehr spät. Wir hatten einen Laden empfohlen bekommen für Asado oder auch Parilla genannt, gut schmecken jedoch nur die Empanadas bei „El Hornito“. Sie werden auf Holzkohle in 2 Öfen auf der Straße vor dem Restaurant gebacken und es qualmt ganz schön. Das „Lomo de bife“ ist jedoch dünn und zäh wie eine Schuhsole…eine Schande für jeden argentinischen Koch! In Deutschland hätten wir es ihm um die Ohren gehauen, aber so schlagfertig sind wir noch nicht in Spanisch. Egal, morgen wollen wir nochmal auf dem Weingut unser bisher bestes Steak in Argentinien essen gehen…doch wenn wir uns da mal nicht täuschen…

Wir starten den nächsten Tag wieder mit argentinischem Frühstück gepimpt mit ein paar Vitaminen und dödeln ein bisschen im Garten rum. Es ist heute ein super heißer Tag!

Dann entscheiden wir uns mit dem Taxi zum Weingut „Finca de las Nubes“ hochzufahren. Denn in der Mittagssonne zieht sich der Weg über ein paar Kilometer ohne Schatten ganz schön. Wir nehmen gemütlich Platz in dem wunderschönen Garten mit Blick über die Stadt und freuen uns bereits auf ein leckeres Steak. Wir verstehen nicht warum, jedoch gibt heute kein Fleisch! Wie blöd, dass wir nun doch umsonst mit dem Taxi hochgefahren sind, obwohl Simon gestern noch abgeklärt hat das das Restaurant zwischen den Jahren überhaupt offen ist. Jetzt direkt runter zu laufen ist, sowie die Taxifahrt in eine andere Bodega, ist keine Option…zumal man bei der Hitze hier oben im Schatten mit leichter Brise echt toll sitzt. Wir wollten hier eigentlich ein bisschen am Blog arbeiten. Aus Mangel an Alternativen bei nur 2 Hauptgerichten auf der Karte und vor lauter Verzweiflung bestellen wir ne Flasche Torrontés und eine Käseplatte. Heute lautet das Motto “Defrustation” statt “Degustation” und es scheint zu wirken. Wir chillen auf der Decke und statt zu bloggen erzählen wir aus unserem Leben. Auch nach über 5 Jahren und fast 1,5 Jahren 24/7 auf Reisen gehen uns die Gesprächsthemen noch nicht aus.

Gut angetüddelt laufen wir die 6 km zurück in die Stadt. Was macht man mit dem angebrochenen Tag? Noch eine Degustation bei der „Bodega El Tránsito“ auf dem Heimweg!

Wir kaufen spontan noch eine leckere Flasche Torrontés fürs Abendessen und haben bereits einen sicheren Plan geschmiedet, um noch ein letztes Mal an gutes argentinisches Fleisch zu kommen: Simon grillt heute selbst! Der Metzger öffnet jedoch Samstagabend erst um 19:30! Echt jetzt? Obwohl eigentlich schockt uns hier nichts mehr. Wir besorgen schon mal Kohle, Zwiebeln und ein Wartebier für Simon. Als der Metzger endlich die Pforten öffnet, hat Simon die Qual der Wahl. Es ist auch nicht so einfach, da die Cuts hier ganz anders heißen. Aber der Metzger berät uns gut und präsentiert viele Stücke. Wir zahlen schlappe 8 EUR für 1,4kg Fleisch – ein riesiges Ribeye und Rinderfilet!

Als wir heim laufen erblicken wir dicke, schwarze Regenwolken…jedoch ist nun alles besorgt und wir müssen Grillen! Es blitzt und grollt in der Ferne während wir den Grill anschmeißen. Heute will doch einfach nichts reibungslos klappen, denken wir! Doch das heftige Gewitter wartet bis wir pünktlich um 22:30 das Filet vom Grill holen. Wir haben uns der späten Abendessenzeit nun also endlich angepasst und ändern das Motto des Tages: Death by meat! 🥩😂

Am nächsten Morgen heißt es schon wieder die Rückkehr nach Salta antreten. Wir haben entschieden wegen den ungünstigen Busverbindungen noch eine kurze Nacht dort zu verbringen, bevor wir über die Grenze nach Bolivien fahren. Wenn wir mit dem 7 Uhr Bus in Salta starten, können wir sicherstellen die Grenze bei Tageslicht zu passieren. Zudem müssen wir uns somit nicht auf die pünktliche Ankunft des Busses in Salta für den reibungslosen Anschluss verlassen, denn man weiß ja nie! Allerdings, denn letzte Nacht kam ein heftiges Unwetter runter und nachdem wir den Fußmarsch zum Bahnhof in Cafayate antreten, können wir das ganze Ausmaß erfassen. Unser Hotel lag glücklicherweise auf der anderen Seite der Stadt und ist etwas höher gelegen. Das Ufer des Flusses vorm Busbahnhof war letzte Nacht übergetreten und eine dicke Schlammlavine war fast bis an den Hauptplatz gerollt. Viel war um kurz vor 10 bereits wieder geräumt, doch immernoch steckten Leute teils knietief mit Schaufeln im Schlamm. Die Polizei, teils barfuß, versucht den Verkehr auf der einzigen Zufahrt über die Brücke zu regeln, während Bagger die Straßen freischaufeln. Viele Schaulustige stehen am Straßenrand und machen uns das Durchkommen noch schwerer. Wir tapsen im Schlamm zwischen den Autos und über die Brücke. Kaum jemand schafft es mit trockenen Füßen zum Bus. Den Busbahnhof hat es nur teilweise erwischt, sodass wir einigermaßen pünktlich wegkommen, doch das schöne kühle Nass im Schwimmbad ist nur noch eine braune Brühe und kein Grashalm mehr auf der Wiese zu sehen.

Zum Glück haben wir keinen Stress, da wir eine Nacht in Salta eingebaut haben. Auch auf der Strecke nach Salta müssen an einigen Stellen ebenfalls Räumungsarbeiten betrieben werden, doch wir kommen recht gut durch. Wir lassen uns nochmal durch die Stadt treiben und essen ein leckeres Eis. Außerdem buchen wir einen Weiterflug! Am 31. Januar fliegen wir von Lima nach Costa Rica. Wir haben nun also noch fast einen Monat Zeit durch Bolivien zu reisen, bevor wir in Arequipa unseren zweiten Rucksack einsammeln und wieder an unseren Startpunkt Lima zurückfahren müssen.

Weihnachten in Argentinien

Wir werden von unserer Airbnb Familie an Heiligabend adoptiert

Wir starten den 24. Dezember erstmal mit einem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse. Heute ist wieder wunderbares Wetter und so richtige Weihnachtsstimmung kommt bei der Hitze nicht so richtig auf.

Der wolkenlose Himmel eignet sich wunderbar, um auf den Aussichtsberg „Cerro San Bernando“ hochzuwandern. Von einem großen Park in der Stadt fährt auch eine Seilbahn, doch wir wollen heute noch eine Sporteinheit absolvieren. Tatsächlich laufen auch viele andere die ca. 1000 Stufen in Sportbekleidung hoch. Oben gibt es künstlich angelegte Wasserfälle. Und schaut mal, mein kleines „Perezoso“, spanisch Faultier hängt dort gemütlichen ab! 😂



Bevor wir wieder runter laufen genießen wir die Aussicht über Salta bei einem kleinen Snack im Café.


Anschließend müssen wir noch einkaufen, da am 25. Dezember alles geschlossen ist und bereuen es nicht bereits einen Tag vorher ein paar Lebensmittel besorgt zu haben. Denn auch wie in Deutschland ist der Supermarkt gerammelt voll. Der Einkaufswahnsinn findet jedoch vor allem an der Fleischtheke statt. Wir ziehen ein Märkchen und warten und warten und warten. Simon will nach einer halben Stunde aufgeben, da wir nur 500g Hack benötigen. Die meisten Argentinier machen an Weihnachten anscheinend Asado, also BBQ und die 2 Metzger holen in aller Seelenruhe ein halbes Rind nach dem andern aus dem Kühlhaus und schneiden dem Kunden das gewünschte Stück ab. In eine große blaue Tonne werden die überflüssigen Speckschwarten geschmissen, dicke Beile geschwungen, kiloweise Fleisch in die Theke geschmissen und noch eine Rinderhälfte über die Schulter geschwungen. Es ist ein wahres Spektakel! Gerne hätten wir ein Video für euch gemacht!

Es soll so um 19 Uhr oben auf der Dachterrasse losgehen, hat man uns gesagt. Da die Argentinier es bestimmt auch nicht mit deutscher Pünktlichkeit haben, tauchen wir erst um 19:30 Uhr auf. Wir sind die Ersten und helfen also beim Decken der Festtafel, bespaßen Kind und Hund und probieren schon mal die Getränke. Die anderen 4 Airbnb Gäste trudeln so langsam ein und zu späterer Stunde rückt nach und nach die Familie an. Als die Runde mit ca. 25 Gästen komplett ist, gibt es um 22 Uhr die ersten Snacks. Alles ist hübsch mit Lichtern geschmückt.




Wir sind natürlich wieder super hungrig und freuen uns als nach 23 Uhr richtig aufgetischt wird. Jeder hat heute etwas mitgebracht, hauptsächlich Gerichte mit Fleisch. Für Vegetarier wäre heute nicht viel dabei gewesen. Selene erklärt uns was alles am Buffet steht, aber wir schaffen nicht alles zu probieren. Auch wenn wir uns nicht an alle Namen der Gerichte erinnern, jedes einzelne schmeckt köstlich!



Wir sitzen an der Tafel und am süßesten ist der Opa. Wir versuchen auf Englisch und Spanisch hin und her zu übersetzten. Es reicht nicht für tiefgreifende Gespräche, aber wir fühlen uns sehr willkommen in der Familie. Kurz vor Mitternacht beginnt der Countdown, Wunderkerzen werden angezündet und stille Wünsche zum Himmel geschickt. Feliz Navidaaaaad!!!! Wir stoßen an und es wird herzlich gedrückt. Dann startet das Feuerwerk und von hier oben haben wir die ganze Stadt im Blick!

Es wird noch ordentlich Nachspeise aufgetischt und auch unser (gekaufter) Pie de Limon wird vernascht. Es gibt zudem noch viel mehr Wein und bei Latinomusik wird getanzt und gelacht. Wir quatschten noch lange mit einem Franzosen, der über Workaway einen Monat in dem Airbnb wohnt und arbeitet. Auch ein spanisches Pärchen ist auf Langzeitreise. Das Pärchen aus Uruguay spricht kaum Englisch, wir werden sie aber unverhofft noch 2x in anderen Städten auf der weiteren Reise treffen.


Wie feiert man denn Weihnachten eigentlich in Südamerika und gibt es hier andere Bräuche?

Der Großteil Südamerikas ist streng katholisch und so ist Weihnachten eins der wichtigsten Feste. In fast allen Haushalten wird eine Krippe aufgestellt. Auf den Märkten wird Moos verkauft sowie kleine Figuren. Reichere Familien haben teils sehr große Krippen im Vorgarten stehen, die die ganze Geschichte der Geburt Jesu erzählen. Die Weihnachtsbäume und Beleuchtung darf hier und da, so wie in Deutschland, jedoch auch nicht fehlen. Super finden wir die Deko aus leeren PET Flaschen, alten Autoreifen & Co!



In den Straßen werden überall „Panetones“, große, brotähnlich, süße Gebäckstücke mit Rosinen verkauft. Plätzchenbacken scheint hier nicht so üblich zu sein. Von einem brasilianischen Pärchen, dass wir nach Weihnachten in Cafayate treffen, erfahren wir das man in Brasilien sogar auch eine Art Glühwein trinkt. Den Namen haben wir uns leider nicht merken können.

Weihnachten feiert man ab Mitternacht am 24. Dezember und das Fest endet bereits abends am 25. Dezember. Ab dem 26. Dezember sind viele Geschäfte wieder geöffnet, wobei einige Büros und Geschäfte auch zwischen den Jahren Urlaub haben. Manchmal ist die Bescherung bereits am 24. Dezember nach Mitternacht, die meisten Kinder warten jedoch geduldig bis zum Morgen des 25. Dezember, um die Geschenke auspacken zu können.

Viele Familien besuchen die Mitternachtsmesse, die in Lateinamerika „La Misa de Gallo“ genannt wird. Dies war bei uns nicht der Fall, nur das typische Festessen im Freien und anschließendes Feuerwerk. In Argentinien gibt es noch eine Besonderheit, denn es steigen zudem Papierlaternen auf, die so genannten „Globos“. Die Lichter symbolisieren die Geburt Jesu und den Stern von Bethlehem.

Wir kommen erst spät ins Bett und es herrscht am nächsten Tag schon wieder Katerstimmung. Simon möchte nicht mal mit dem Hund Gassi gehen, umso mehr freut sich der vierbeinige Mitbewohner, dass Ulrike mit ihm eine große Runde durch das Wohnviertel dreht. Das einzig produktive, dass wir heute noch machen, ist eine Maschine Wäsche waschen! 🙈

Wir sind dankbar für die wundervolle Erfahrung Weihnachten inmitten einer argentinischen Familie feiern zu dürfen. Natürlich haben wir an diesen Tagen unsere Freunde, das Weihnachtsfrühshoppen im Hasslicher und ganz besonders unsere Familie vermisst. Auch wenn wir das Reisen lieben, manchmal möchte man sich mal kurz nach Hause beamen.