Drake Bay

Eins unserer Highlights der Costa Rica Reise ❤️

Dieser Ort fühlt sich voll und ganz wie Urlaub an! Morgens gibt’s erstmal ein spätes Frühstück mit Ausblick über die Bucht. Den ersten Tag haben wir dann einfach mal komplett am Strand verbracht und auch abends ist das Wasser noch richtig schön warm. Vorallem gegen Abend scheint die ganze Vogelwelt nochmal kurz zu erwachen und die Geräuchkulisse ist atemberaubend. Ein paar Pelikane fliegen tief übers Wasser und fischen, während man meist in der Ferne ein paar Aras hört und natürlich die bunten Lories überall in den Bäumen. Das lockt auch den ein oder anderen Vogelfreund an und einer läuft zu unserer Belustigung jeden Abend bewaffnet mit fettem Objektiv den Strand rauf und runter.

Von Drake Bay aus gibt es auch ein paar Wanderwege, vorrangig an der Küste entlang. Man könnte sogar bis an die erste Ranger Station des Corcovado Nationalpark trekken, dies ist one way jedoch mit 6 Stunden angesetzt. Und so suchen wir uns auf der Karte eine kleine Bucht aus zu der man ganz easy laufen kann. Wir kommen erst etwas später los als geplant, weil wir heute früh mit Sack und Pack noch in die andere Unterkunft umziehen mussten und versucht haben danach noch einen Tauchausflug klarzumachen. Der Wanderweg führt über Hängebrücken, vorbei bzw. durch ein abgelegenes Resort, vorbei an Riesenbambus und tropischem Wald.

Meist ist der Blick aufs Meer frei und in vielen kleinen Sand- und Felsbuchten brechen die Wellen. Der ein oder andere Hund begleitet uns auf dem Weg und sie wissen, wie man sich zwischendurch richtig in einem kleinen Bachlauf abkühlt. Es ist nämlich sooo furchtbar schwül, dass wir förmlich zerfließen!

Endlich kommen wir in der kleinen Bucht an. Sie nennt sich „Cocalito“ und eignet sich wunderbar zum Sonnenbaden und Schwimmen. Unsere schweißnassen Klamotten hängen wir erstmal in den Bäumen zum Trocknen auf und ein Ast hat tatsächlich eine Kleiderbügelform! Dann geht’s erstmal ab ins Wasser…

Wir wären hier gern unterm großen Schattenbaum bis zum Sonnenuntergang verweilt, doch schlau wie wir waren haben wir weder ausreichend Wasser noch Snacks eingepackt und natürlich kann man in einer einsamen Bucht nirgends etwas kaufen. Mit Bärenhunger und Lust auf etwas eiskaltes zum Trinken laufen wir also auf der Suche nach einem Resort, was wir auf der Karte entdeckt haben, oder ähnlichem weiter auf dem Wanderweg. Ein handgeschriebenes Schild „Smoothies“ verweist viele Stufen hinauf zu einem hochgelegenen Homestay. Wir landen also fast zufällig beim deutschen Auswanderer Werner und seiner reizenden Lebensgefährtin, die gerade ins Malen vertieft ist. Werner bereitet uns im Handumdrehen einen kalten Smoothie zu. Eigentlich kocht er nur morgens und abends für seine Gäste, doch Gastfreundschaft wird hier ganz groß geschrieben und so stehen kurzerhand Pinto (Reis&Bohnen mit Rührei) sowie Chorizo und ein richtig guter, auf deutsche Art angemachter Salat für uns auf dem Tisch. Für alles berechnet er uns nur eine Kleinigkeit. Bitte besucht das Vista al Mar „El Aleman“, falls ihr es mal an diesen wunderschönen Ort schafft bzw. nächtigt am besten in Werners Lodge. Seine Frau zeigte uns stolz die liebevoll eingerichteten Zimmer mit großen Terrassen, Hängematten und Blick übers Meer und der Dschungel ist gleich hinter der Hütte. Die Gartenanlage ist wunderschön bepflanzt mit tropischen Blumen und es verirren sich auch viele Tiere hierher. Hätten wir nicht bereits eine Unterkunft gebucht, wären wir hier geblieben, auch wenn die Übernachtungskosten definitiv über unserem Backpackerbudget liegen. Wir quatschen lange und bekommen viele Tipps. Schlussendlich macht Werner noch ein paar Telefonate und hilft uns für den nächsten Tag einen Ausflug in den Corcovado Nationalpark zu organisieren sowie ein Tauchboot für den darauffolgenden Tag. Das inzwischen von einer Wanderung zurückgekommene deutsche Pärchen werden wir morgen auf dem Ausflug wieder treffen. Bevor es dunkel wird brechen wir den Rückmarsch auf mit kurzem Zwischenstopp zum Sonnenuntergang am Cocalito Beach und kommen grad noch mit dem letzten Tageslicht wieder zurück in Drake Bay an. Die Brüllaffen liefern sich mit den Zikaden ein Duell, wer am lautesten Brüllen kann – so kurz vorm Dunkelwerden ist es nochmal richtig laut mitten im Urwald! Kochen brauchen wir heute nicht mehr, da das späte und ausgiebige Lunch bei Werner locker fürs Abendessen mit reicht.

Corcovado Nationalpark

Der Wecker klingelt schon wieder um halb 6, denn nur der frühe Vogel fängt den Wurm! So früh am Morgen ist die Temperatur noch erträglich. Wir laufen runter zur Anlegestelle am Strand und fahren in einem kleinen Speedboat eine gute Stunde um die Halbinsel herum zur Sirena Ranger Station, die im Herzen des Corcovado Nationalparks liegt. Es gibt auch noch die San Pedrillo Ranger Station, die näher an Drake Bay liegt, aber dort ist es schwieriger Tiere im dicht bewachsenen Primärwald zu entdecken. Die Wanderwege um die Sirena Ranger Station und den gleichnamigen Fluss liegen im Sekundärwald. Es ist unvorstellbar, dass das Gebiet hier vor 44 Jahren noch Farmland war! So „schnell“ ist es also möglich einen recht dichten Regenwald nachwachsen zu lassen, wenn man der Natur nur die Chance dazu gibt!

Der Corcovado Nationalpark hat viele Jahre die Auszeichnung des besten Nationalparks in Costa Rica erhalten und das zu Recht! Er gilt als einer der best erhaltenen Regenwälder und rund 3% der gesamten Tierwelt leben in diesem einzigartigen Ökosystem. Mehr als 500 verschiedene Baumarten, 140 Säugetierarten, 370 Vogelarten, 120 Reptilien- und Amphibienarten, mehr als 6.000 Insektenarten sowie 40 Arten von Süßwasserfischen. Circa 42.000 Hektar Land und 3.500 Hektar Meer bieten ausreichend Lebensraum für eine der größten Populationen des Jaguars sowie einigen andere Großkatzen. Auch Vogelfreunde kommen hier ganz auf ihre Kosten und die vielen verschiedenen Affenarten in den Bäumen braucht man erst gar nicht zu erwähnen. Es gibt auch große Chancen das stark bedrohte Tapir zu entdecken und, wenn man in den Flüssen baden würde, ebenfalls eine beträchtliche Anzahl von Krokodilen, Kaimanen und sogar Bullenhaien! Der Serena Fluss gilt daher auch als einer der gefährlichsten! Doch auch an Land gibt es einige Gefahren und wem jetzt als erstes eine Raubkatze in den Sinn kommt, dem müssen wir leider Unrecht geben. Auch viele Giftschlangen sind zu bedenken, doch die meisten flüchten bevor man sie zu Gesicht bekommt. Ganz unerwartet werden wir vor Wildschweinen „Pekaris“ gewarnt, die in Gruppen von 50-100 Tieren umherstreifen. Riecht es plötzlich stark nach Knoblauch, versteckt man sich am besten hinter einem dicken Baumstamm, denn sie sind sehr angriffslustig.

Sirena Fluss

Unser Guide war bei der US Special Force und wir sind daher in sicheren Händen. Seit ein paar Jahren darf man den Nationalpark auch nur noch mit zertifizierten Guides betreten. Er hat einen scharfen Geruchssinn, auch wenn er nicht mehr so gut sieht, oder gerade deswegen. Bevor wir in den Park gehen gibt es eine Sicherheitseinweisung, auch zum Verhalten wenn wir auf Pekaris stoßen sollten. Das kleine Kind in unserer Gruppe darf nicht alleine umherlaufen, damit es nicht von Jaguar, Krokodil & Co mit Beute verwechselt wird. Außnahmsweise haben wir mal keine Privattour, aber eine Gruppe von nur 7 ist nicht allzu groß. Und mit dem deutschen Pärchen verstehen wir uns richtig gut. Wir laufen zunächst am Strand entlang und entdecken gleich den ersten Nasenbären.

Mit leisen Schritten geht es dann auf einen kleinen Trampelpfad und in einer Reihe laufen wir dem Guide hinterher. Plötzlich machen wir Halt und es raschelt im Gebüsch…etwas schwarzes flitzt umher. Wir haben so ein Tier noch nie gesehen und folgen mucksmäuschenstill seinem Streifzug eine ganze Weile. Unser Guide ist ganz aufgeregt, dass es unseren Weg sogar mehrmals kreuzt. In der Nähe schlagen ein paar Affen Alarm und als es schlussendlich verschwunden ist, erklärt der Guide ganz aufgeregt, dass wir einen Tayra auf Jagd beobachtet haben. Selbst ihm war es noch nie gelungen ein Foto von einem zu schießen, da sie sehr scheu sind und meist nur für einen Bruchteil einer Sekunde zu sehen. Wir können uns also sehr glücklich schätzen einen Tayra, der aussieht wie ein großer schwarzer Marder und zu den Raubkatzen zahlt, so lange beobachten zu dürfen.

Wir schlagen uns weiter durchs Gebüsch und verlassen auf der Suche nach einem Tapir sogar unerlaubterweise den Trampelpfad. Die Fußspuren und der „Geruch“ lassen erahnen, dass eins ganz in der Nähe sein muss. Wir kommen ihm allerdings erstmal nicht auf die Schliche, nur ein paar Vögeln, Affen, Agutis und einem Dutzend Nasenbären, die unterm Laub nach Essbarem suchen. Das sind schon sehr putzige Tierchen mit ihren langen Schnüffelnasen und hochgesteckten Puschelschwänzen.

Es geht weiter im Entenmarsch dem Guide hinterher und dann finden wir doch noch ein Tapir! Es ist größer und massiver als wir es uns vorgestellt haben. Ganz friedlich scharrt es mit der großen Nase im Laub auf der Suche nach Futter und lässt sich von uns nicht stören. Wir sind mehr als beeindruckt! Schaut euch unser Video ganz oben im Blog an – dort ist auch das Tapir zu sehen!

Mit bis zu 300kg ist das Tapir das größte Säugetier Südamerikas und hat einen großen, flexiblen Rüssel zur Futtersuche. Da sie Früchte und Saaten essen und recht große Strecken zurücklegen, tragen auch sie einen wichtigen Beitrag durch Verbreitung verschiedener Pflanzenarten bei. Daher werden sie auch als „Gärtner des Regenwaldes“ bezeichnet. Babytapire nennt man „Wassermelonen“, weil sie ähnlich wie eine Wassermelonenschale Streifen und Punkte haben. Sie dienen der Tarnung und verschwinden nach 5-6 Monaten.

Auch wenn es im Dickicht recht schwierig ist, entdecken wir ein inaktives, schlafendes Faultier. Es muss bereits gegen 10 Uhr morgens sein und die schwüle Hitze ist mehr als deutlich zu spüren. Durchs Fernglas beobachten wir auch ein „Potoo Bird“ mit Baby in der Baumkrone. Einen Urutau-Tagschläfer zu sehen, ist schon etwas besonders, auch wenn wir keine enthusiastischen Vogelfreunde sind. Das Foto durch die Linse des Fernglases ist jedoch recht bescheiden.

Wir kehren kurz in der Sirena Rangerstation ein und erfrischen uns mit einem kalten Eiskaffee. Hier ist ganz schön was los um die Uhrzeit! Denn auch wenn die Anzahl der täglichen Besucher im Park eingeschränkt ist, darf man nur in den Stationen essen. Alle Gruppen kehren hier also fürs Mittagessen ein, dass wahrhaftig kein Schnäppchen ist. Zum Glück hatte unser Guide heute morgen jedem ein Lunchpaket gegeben, dass wir in unseren Taschen verstecken sollten. Man darf nämlich kein Essen mit in den Park bringen, da viele Picknicker in der Vergangenheit ihren Müll an den Wegen entsorgt hatten und auch Biomüll (Bananenschalen, Apfel-, und Wassermelonenkerne usw) nicht gut für dieses einzigartige Ökosystem sind. Wir werden ein wenig später an einem ruhigen Örtchen lecker Picknicken und unseren Müll natürlich einpacken. Der Vorteil ist das wir dadurch nicht gezwungen sind zur Mittagspause hier einzukehren und eine wenig bewanderte Sonderroute laufen können. Auch wenn wir zunächst die Idee einer mehrtägigen Wanderung durch den Corcovado hatten, waren wir jedoch vom Preis ganz schön abgeschreckt. Nachdem wir die Unterbringung in dieser angeblich am besten ausgestatteten Rangerstation gesehen haben, sind wir ganz happy mit dem Tagesausflug. Es gibt zwar richtige Betten mit Mückennetzen, aber riesengroße, offene Schlafsäle mit 0 Privatsphäre. Da wir die Sichtung des Tapirs heute abhaken konnten, sind wir super happy nur 90 Euro für die Halbtagestour ausgegeben zu haben.

Nach dem Picknick mit Blick auf den Fluss und Entdeckung ein paar kleinerer Krabbeltierchen, heißt es nämlich schon wieder Abflug. Hier die kleine Raupe Nimmersatt und die „Golden Ass Ant“! Wir lachen uns schlapp als der Guide uns diesen Namen nennt, als Simon ihn nach der Bezeichnung dieser gigantischen, goldglänzenden Ameise fragt.

Mit dem Boot geht es nun wieder zurück und wir freuen uns riesig, als uns plötzlich eine Gruppe Delfine begleitet. Ein kleiner Babydelfin springt mehrfach komplett aus dem Wasser, doch es ist super schwer diesen Moment mit der Kamera einzufangen. Eigentlich wollten wir uns beide an einem Strand ca 8km von Drake Bay aussetzten lassen, ein Mittagsschläfchen machen und dann den schönen Weg entlang der Küste zurücklaufen. Werner hatte uns ans Herz gelegt im kühlen und wunderschönen Rio Claro auf dem Weg baden zu gehen und heute wäre die letzte Chance. Doch leider hatte sich Simon gestern im Dunkeln den großen Zeh aufgeschlagen und ist nach der kilometerlangen Wanderung durch den Corcovado nicht mehr in der Lage weitere 8km zu Wandern. Wir verteilen also schnell den Inhalt der beiden Rücksäcke und Ulrike lässt sich also mit gesamtem Wasservorrat als Einzige absetzen.

Es steht ihr eine schöne, ruhige Wanderung bevor und es ist tatsächlich der erste Nachmittag den wir auf der Reise getrennt voneinander verbringen. Es ist nicht allzu weit bis zum Rio Claro und ein Baum spendet in der Mittagshitze ausreichend Schutz für ein Päuschen. Der Fluss ist so schön kühl, wie Werner es versprochen hatte und zunächst niemand weiteres in Sicht. Das ist schön, jedoch kommt beim Einstieg ins Wasser ein mulmiges Gefühl auf. Gibt es hier vielleicht auch Krokodile? Wenn mich jetzt eins frisst, findet mich niemals jemand wieder! 😂 Im seichten Wasser finde ich jedoch nur kleine Fische und eine Menge Kaulquappen in allen Stadien sowie winzig kleine Frösche.

Als zwei sehr junge einheimische Angler weiter hinten am Fluss auftauchen, fühle ich mich schon sicherer. Sie werden mich ein Stückchen auf dem Rückweg begleiten und mir lieberweise den Weg zeigen, auch wenn es fast idiotensicher ist. Nur beim Durchqueren des hüfthohen Rio Claro war es nicht ganz ersichtlich, wo der Wanderweg weiterführt. Ich entdecke viele bunte Schmetterlinge entlang des Weges, einige Affen, Leguane und ein turtelndes Pärchen Aras sowie Tucane oben in den Bäumen. Eine kleine Bucht sieht in der mittlerweile tiefstehenden Sonne schöner aus als die andere.

Kurz vor Sonnenuntergang erreiche ich Drake Bay und bin mit Simon unter unserem Baum verabredet. Er hat einen entspannten Nachmittag am Strand verbracht und traut sich erst gar nicht zu erzählen, dass sie kurz nachdem sie mich in der Bucht abgesetzt haben noch einen Buckelwal mit Baby vom Boot aus gesehen haben. Erst bin ich sprachlos, denn dagegen sind meine Entdeckungen von heute nicht so spektakulär, aber hey Timing ist alles! Die Wale haben den Weg des Bootes sicher nur gekreuzt, weil wir 5 Minuten extra benötigt haben mich auszusetzen. Ich freue mich für Simon und wir genießen einen weiteren friedlichen Sonnenuntergang am Strand.

Tauchen vor Caño Island

Ratet mal wer wieder so früh raus muss! Die Vorfreude heute ist jedoch wieder groß, denn wir gehen endlich wieder mal tauchen! Unten am Strand werden wir erneut vom Speedboat eingesammelt und fahren ca 45 Minuten bis vor die unbewohnte Insel. Caño Island liegt etwa 10 Meilen vor der Halbinsel und gehört noch zur Corcovado Nationalpark. Ein VIP liegt mit seiner gigantischen Yacht ebenfalls vor der Insel an und so ein Teil mit kleinem Boot zum Hinausfahren haben wir alle noch nicht gesehen. Welcher Promi das wohl sein könnte?! Ansonsten ist nicht so viel los wie an Tauchspots in beispielsweise Thailand. Könnte aber vielleicht auch wieder am Preis liegen, denn mit rund 140 EUR pro Nase für 2 Tauchgänge macht man vermutlich nur eine Tagestour. Als wir erfahren, dass wir wegen Tauchanfängern bzw sogar einem Schnuppertaucher beide Tauchgänge im Strömungsschatten der Insel machen, sind wir jedoch ziemlich enttäuscht. Wir hatten heute voll und ganz auf die Chance gesetzt Mantas zu entdecken, dies können wir jedoch bei einer maximalen Tiefe von 16m voll vergessen. Gerne wären wir beim vermutlich besten Tauchspot „Bajo del Diablo“ im tiefen blauen Meer mit ordentlich Strömung tauchen gegangen, denn dort sind die Chancen auf Großfische hoch. Es ist zwar keine Hochsaison der Wale, doch gestern war ja auch einer in der Gegend, und die Mantasaison startet gerade. Wir haben dennoch nach ein paar Monaten zwei schöne, entspannte Tauchgänge. Wir sehen eine Menge Riffhaie, Schildkröten und einige recht große Rochen, auch wenn der Bewegungsradius sich auf ein winziges Areal beschränkt. Zwischen den beiden Tauchgängen legen wir auf der Insel an und es gibt ein paar Snacks.

Auf dem Boot freunden wir uns mit Benedikt und Michael an und liegen direkt auf einer Wellenlänge. Nach dem Tauchen kehren wir in das Resort ein, in dem die beiden auch wohnen, da es hier das inkludierte Mittagessen des Ausflugs gibt. Nach dem Mittag sollte uns ein Shuttle zurück ins ca 1,5km entfernte Drake Bay bringen, jedoch sind wir so ins Gespräch vertieft, dass wir noch lange sitzen bleiben. Erst bei Kaffee und Stückchen, dann Bier und schließlich Cocktails. Wir haben uns nicht mal das Salzwasser vom Körper geduscht. Als es langsam dunkel wird, überlegen wir was wir nun machen, denn so langsam wird fürs All-inklusive Abendessen eingedeckt. Die beiden waren gestern jedoch Hochseefischen und bekommen heute Abend ihren fangfrischen Fisch zubereitet, den sie mit uns teilen wollen. Wir bleiben also noch zum Abendessen…und mehr Cocktails. Weil hier nach dem Essen tote Hose ist laufen wir dann alle noch auf der Suche nach einer Bar nach Drake Bay. Die Cocktails dürfen wir glücklicherweise bei Michael aufs Zimmer anschreiben, da wir nach Zahlen des Tauchens kaum Bares mehr dabei haben…dazu gibt es ja zum Glück Paypal. Gestern hatten wir bereits 13% Aufpreis für die Kreditkartenzahlung bezahlt, doch 20% die im Resort berechnet werden finden wir eine echte Frechheit. Mit Handytaschenlampe beleuchten wir den dunklen Weg und machen im ersten Minimarkt Halt um Bier nachzukaufen. Das „kleiner Hai“ Craftbier schmeckt sogar gar nicht so schlecht. In Drake Bay ist jedoch auch tote Hose in den Bars und so hängen wir erstmal mit Bier aus dem Minimarkt vor der einzigen kleinen „Dorfdisko“ ab. Simon gleitet kurz vor 22Uhr nochmal schnell unter dem schließenden Rolltor des Minimarkts hinein, um das letzte Bier zum „Vorglühen“ zu besorgen. Der Club spielt laute Latino Musik, doch es ist Montagabends niemand auf der Tanzfläche. Wir kommen mit ein paar lustigen Rastafaris auf dem Mäuerchen vor dem Schuppen ins Gespräch, doch obwohl wir alle richtig in Feierlaune sind, wird es ein eher gesetzter Abend. Wir schmeißen unsere letzten Kröten zusammen und Michael schafft es sogar noch seine Euros einzutauschen. Wir hatten ja bereits geschrieben, dass es hier keinen Geldautomaten weit und breit gibt und wir müssen noch einen Schein für das Taxiboot morgen früh beiseite legen. Das ist so ein komisches Gefühl, dass wir vermutlich das letzte mal im Teenageralter beim Zusammenkratzen des letzten Taschengelds hatten. Wir bleiben bis hier die Schotten dicht gemacht werden und laufen gegen 1 Uhr nachts erst heim. Was für ein langer Tag, der hungrig macht! Während uns Simon noch schnell Nudeln kocht, packt Ulrike bereits die Rucksäcke. Wir dürfen nämlich morgen das erste Taxiboot um 6:30 Uhr nicht verpassen.

Welch kurze Nacht! Noch völlig verkatert steht uns heute mal wieder eine lange Reise mit Boot und Bus bevor. An der Anlegestelle in Drake Bay ist morgens schon ganz schön was los, da alle Touren oder Wassertaxen früh ablegen. In Höchstgeschwindigkeit rasen wir mit dem Speedboat durch die Mangroven zurück ans Festland.

Am Anleger in Sierpe treffen wir die beiden nochmal, um uns zu verabschieden. Ihre lange Costa Rica Reise neigt sich bereits dem Ende zu und sie haben sich bereiterklärt unsere Klamotten, die wir nicht mehr benötigen, mit nach Deutschland zu nehmen! Wir übergeben also super dankbar eine Tüte mit geschätzten 4/5 kg, die unsere Rücksäcke nun wieder schön leicht macht. Die zwei sind richtige Schätzchen und wir finden es schade so coole Leute meist nur für einen Tag unterwegs zu treffen. Grüße nach Deutschland ihr zwei! Wir sehen uns bald wieder!

Leider kein Gruppenfoto geschossen! Michael unter Wasser mit dem kleinen HAI…

Das Tagesziel weiter im Norden auf der Pazifikseite Costa Ricas ist heute der Ort Santa Elena bzw. vielen eher bekannt als „Monteverde“. Nachdem wir mit einem Sammeltaxi nach Palmar Norte gefahren sind und dort einen Frühstücksburrito und Schokomilch zum Katerfrühstück besorgt haben, heißt es wieder lange Busfahren. Da es natürlich keine direkte Verbindung gibt, müssen wir noch 2x umsteigen und die nette Dame vom Bushäuschen erklärt uns die beste Route. An einem Restaurant werden wir bei einer Pause rausgeschmissen und sollen an der Hauptstraße den Anschlussbus heranwinken.

Eine gute Stunde später sitzen wir im Bus nach Puntarenas und hoffen dort den letzten Bus noch zu erwischen. So richtige Fahrpläne scheint es nirgends zu geben. Die Bushaltestelle ist 2 Blocks weiter und wir müssen noch ein wenig warten, doch sind happy die ganze Etappe heute zu meistern. Im Busterminal nutzen wir noch schnell das Internet, um ein Zimmer vorzubuchen und besorgen Abendessen to go.

Völlig fertig schlafen wir dann fast die ganze Strecke bis Santa Elena und kommen nach 13 langen Stunden endlich an. Es ist bereits dunkel und zu Fuß laufen wir in unser Hostel. Das das eigentlich gebuchte Zimmer nicht verfügbar ist, sondern nur eins unterm Spitzboden ist uns völlig egal. Hauptsache eine heiße Dusche und ein gemütliches Bett! Gute Nacht!

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