Cahuita

Karibisches Örtchen mit chilligen Vibes

Wir ziehen um! Nach einer Woche haben wir nun doch Lust auf Tapetenwechsel und wollen etwas näher an den Strand bzw. unter Leute. Nach einem kurzen Ausflug nach Puerto Viejo ist aber schnell klar, dass die Partytouris, vorallem Amis, und das ganze Gewusel grad nix für uns sind. Cahuita liegt ganz ruhig etwas weiter nördlich direkt am gleichnamigen Nationalpark. Wir finden eine schöne Unterkunft mit eigenem Bad und großer Gemeinschafsküche. Die Besitzer sind auch super lieb und bringen uns an einem Tag sogar einen Spezialtee mit Aloevera zum schnellen Genesen.

Der schwarze Strand „Playa Negra“ ist nur ein paar Minuten fußläufig entfernt. Wir gehen hier oft spazieren und auf „Faultierjagd“. Nirgendwo sonst war es in Costa Rica so leicht Faultiere in freier Wildbahn zu finden (nicht mal im angrenzenden Nationalpark). Meistens finden wir 2 oder 3 Faultiere, fressend, schlafend oder an der Reggae-Bar chillend. Ja ihr lest richtig! Ein Faultier scheint die Vibes hier richtig zu genießen und hängt meist im Baum vor der Bar ab oder irgendwo in der Nähe. Es ist nicht zahm und wird nicht gefüttert, aber hat sich hier niedergelassen. Wir können es nicht nachvollziehen, da es doch einige ruhigere Bäume in der Gegend gibt. Eine Einheimische berichtet, dass es nicht nur einmal auch in der Reggae-Bar rumgeklettert ist. Faultiere klettern sogar Palmen hoch und machen es sich bei den Kokosnüssen bequem. Wir finden eins, dass sich grad gähnend einkuschelt. Zum Baden finden wir den schwarzen Strand allerdings nicht so toll, da der Sand immer nass ist und es trotz breitem Strandsbschnitt nur wenige trockene Plätzchen zum Hinlegen gibt. Aber es gibt ein paar gemütliche Bänkchen auf dem Weg hin und ein Häusschen, dass wieder selbstgemachte Popsicles verkauft.

Viel näher und viel schöner sind die Strände des Cahuita Nationalparks. Er ist vermutlich einer der wenigen nicht total überteuerten Nationalparks in Costa Rica, in denen man auch mal locker 100 EUR Eintritt hinlegen muss, sondern nur auf Spendenbasis. Wir kommen also ein paar mal auch nur zum Chillen am Strand in den Park ohne lange rumzuwandern. Und wir sehen hier so viele Tiere wie sonst nirgends, vorallem Kapuzineräffchen, Brüllaffen und Klammeraffen. Beim ersten Waschbären sind wir noch ganz fasziniert und verfolgen ihn, natürlich mit Abstand, für ein gutes Foto…danach verfolgen sie uns! Viele Ticos nutzen den Park nämlich vorallem am Wochenende zum Picknicken und hier gibt es dafür viele Tische und Bänke entlang des Weges. Trotz Füttern-Verboten-Schildern haben die Waschbären schnell gelernt, dass es in Rucksäcken und Kühltaschen einiges zu holen gibt. Leider haben die Menschen nicht so schnell gelernt und wir sehen einen Kerl, der den Waschbären füttert um ein Selfie mit ihm zu machen. Sobald man also nichtsahnend auf seinem Handtuch liegt, pirschen sich ein oder zwei Waschbären lautlos an einen heran. Ja der eine hat sogar schon die Pfoten auf unserem Rucksack, der direkt neben uns lag! Einen Picknicker, der gerade ins kühle Nass wollte, müssen wir warnen, denn der Waschbär saß bereits auf dem Tisch und bediente sich am Buffet.Wenn wir also nicht gerade Waschbären aufscheuchen, beobachten wir viele Affen, die über uns in den Baumkronen klettern. Man muss gar nicht lange suchen sondern einfach nur abwarten. Besonders lustig finden wir die Klammeraffen, die oft kopfüber nur am Schwanz vom Baum hängen.

Leider ist das Wetter nicht immer so beständig gewesen, obwohl es eigentlich schon weitestgehend trocken sein sollte in dieser Jahreszeit. Am ein oder anderen Tag ist es daher etwas frisch im Schatten unter den Bäumen und es gibt auch mal einen verregneten Tag. Wir finden es aber gar nicht so tragisch, da es dann vorallem auch nachts nicht so heiß ist. Die wilde, raue Karibikküste ist einfach nur ein Traum!

Im Ort entdecken wir ein richtig gutes Soda und das karibische Essen mit verschiedenen Fleisch- oder Fischvariationen ist eine willkommene Abwechslung zum selbst kochen. Einen verregneten Mittag kann man hier schon ganz gut verbringen und am Wochenende von hier auch ganz gut das Treiben im Örtchen beobachten. Da tanzen auch mal zwei „Kiffer“ bei Raggaemusik mitten auf der Straße (schaut euch unser Video oben bis ganz zum Schluss an!). Das Soda ist im Vergleich auch gar nicht so übertrieben teuer und daher essen wir öfters das Mittagsgericht. Dazu gibt’s immer einen frischen Tamarindensaft. Wir sparen da lieber am anderen Ende, nämlich dem Trinkwasser. Costa Rica’s Wasser aus dem Hahn hat nämlich fast überall Trinkwasserqualität und kann daher bedenkenlos genossen werden. Wir müssen uns erstmal wieder angewöhnen auch zum Zähneputzen Leitungswasser zu benutzen. Ganz zur Sicherheit kochen wir es dennoch ab und fügen oft zuckerfreies Pulver in Limettengeschmack hinzu, denn es schmeckt an vielen Orten nicht so doll. Jetzt denkt ihr euch sicher, was sind die zwei denn für Sparbrötchen geworden?! 😂 Aber wie fast alles ist auch Trinkwasser sogar in großen Kanistern super teuer in Costa Rica. Hochrechnungen hätten ergeben, dass wir mal locker mindestens 300 EUR im Monat nur für Trinkwasser ausgegeben hätten, wenn wir ausschließlich große Kanister gekauft hätten. Da fallen uns spontan ganz andere Sachen ein, die wir mit dem Geld anstellen können und haben zudem einiges an Plastikflaschen eingespart. Auf der nächsten Reise werden wir auf jeden Fall so eine Trinkflasche mit Kohlefilter mitnehmen. Haben wir hier jetzt schon öfters gesehen und scheint ganz gut zu klappen!

Wir gönnen uns aber auch schon mal was, zum Beispiel das ein oder andere Eis in dem kleinen Laden vorm Eingang des Cahuita Nationalparks. Es ist super teuer, aber das selbstgemachte Sorbet mit frischen Früchten ist einfach himmlisch und hilft gut bei Halsweh. Am besten schmeckt uns Maracuja, obwohl Kokos und Limette auch köstlich sind. Meist kommen abends zum Sonnenuntergang auch noch ein paar Äffchen vorbei. Und es gibt auch ein mal ein Bierchen in einer netten Strandbar. 😜

Am letzten Tag, als wir so langsam wieder bei vollen Kräften sind, starten wir sehr früh (der Park öffnet um 6 Uhr!) und laufen den ganzen Wanderweg durch den Cahuita Nationalpark. Der Morgetau hängt noch an Blättern und Blüten und wir hatten uns am Vorabend bereits Pancakes für ein Frühstück am Strand vorbereitet.

Die ersten Kilometer führen direkt am Strand entlang und die letzten 2km über einen langen, befestigen Steg durch die Mangroven. Es ist kein Rundweg und so müssen wir mit dem Taxi dann wieder zurück in den Ort fahren. Mit dem Wetter haben wir heute richtig Glück, denn gestern regnete es den ganzen Tag und so entschieden wir spontan noch einen Tag zu verlängern. Schließlich verstecken sich bei Regen auch alle Tiere. Wir genießen den Weg ohne Guide in unserem Tempo zu laufen, die Ruhe und wenigen Menschen hier. Viel mehr oder andere Tiere bekommen wir nicht zu Gesicht, aber haben die letzten Tage auch schon soooo viele Affen & Co gesehen. Sogar ein seltenes Dreifinger-Faultier war uns zuvor schon im Park begegnet. Ein Highlight ist dennoch das winzige Kapuzineräffchen, das sich an Mutti festklammert. Es muss erst ein paar Tage alt sein.

Allein schon für den wunderschönen Wanderweg entlang der Küste lohnt es sich hierher zu kommen. Die meiste Zeit sind wir sogar barfuß unterwegs, denn ständig Schuhe an- und ausziehen wäre zu lästig. Wir müssen einen breiten Fluss durchqueren und oft führt der Weg wirklich direkt am Meer vorbei. Wanderschuhe sind hier also äußerst unpraktisch, aber Wasserschuhe haben wir nicht dabei. Es ist allerdings sehr ungewohnt eine so lange Strecke ohne Schuhe zu laufen!

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