Rückreise nach Lima

In ein paar Tagen startet unser Flieger nach Costa Rica

https://youtu.be/avpu638lTyE

Aber erstmal fliegen wir vom vermutlich kleinsten Flughafen der Welt zurück nach La Paz. Wir hatten uns bereits einen Inlandsflug gebucht und sind froh nicht nochmal einen ganzen Tag im Bus zurück nach La Paz zu sitzen. Aufgeregt ist vorallem Simon, da wir mit einer richtig kleinen Maschine fliegen. Das Wetter ist gut und wir sind voller Zuversicht, dass der Flieger heute startet. Tatsächlich ist das Risiko auf dieser Strecke recht hoch, dass kurzfristig bei schlechter Wetterlage Flüge gestrichen werden. Wir müssen echt schmunzeln am Flughafen, denn die meisten Busbahnhöfe einer Kleinstadt in Deutschland sind wesentlich größer als das ganze Flughafengebäude inklusive Gate. Die Sicherheitskontrolle, falls man sie überhaupt so nennen darf, ist mega gründlich…also nicht. Das Gepäck wird nicht gescannt und nur grob von außen abgetastet. Flaschen Wasser kommen ebenfalls problemlos durch die Kontrolle. Denn wer will schon einen Anschlag auf Amazonas Airlines ausüben?! Eine der wenigen Passagiere ist auch Romana, die kurzfristig ein Ticket gekauft hat und wir freuen uns sie überraschend wiederzusehen. Da unser Körper heute in nur 45min Flugzeit mit einem Höhenunterschied von rund 4000m klarkommen muss, schmeißen wir uns präventiv die letzten zwei Sorojchi-Pillen gegen die Höhenkrankheit ein. Dann heißt es auch schon „ready for boarding“. Mit dem Bus werden wir zum Rollfeld gefahren und unser Gepäck folgt uns.

Wir heben ab und der Blick auf den Amazonas mit seinen breiten Flussläufen offenbart sich aus einer uns neuen Perspektive. Von hier oben bekommt der unendliche Dschungel nochmal eine ganz neue Dimension. Ich bin übrigens stolz auf Simon, der sich nach langem überreden zu dem Flug hat breitschlagen lassen. Statistik hin oder her, dieser Flug ist bestimmt um einiges sicherer als die verrückte Busfahrt!

Wir haben nicht vor noch eine Nacht in La Paz zu verbringen und machen uns direkt vom Flughafen auf in Richtung peruanische Grenze. Den Abzocker-Taxen am Flughafen kehren wir schnell den Rücken und steigen in ein günstiges Sammeltaxi, dass uns auf halbem Weg in die Stadt rausschmeißt. Wir sind noch nicht ganz sicher wo wir nun hin müssen und finden schließlich die Teleferico-Station, die uns zumindest in die Nähe des gesuchten Busbahnhofes bringt. Wir fragen rum und nach langem Suchen und Überquerung des riesigen Friedhofs, finden wir die gut versteckte Bushaltestelle. Ein paar Busstunden und eine Fährfahrt später, in der der Bus samt Gepäck auf einer anderen Fähre fährt als die Passagiere, erreichen wir unser Tagesziel Copacabana.

Hätten wir noch einen Tag länger Zeit, hätten wir uns auch die bekannte Sonneninsel „Isla del Sol“ angeschaut. Da wir den Titikakasee allerdings bereits von der peruanischen Seite erkundet haben, fällt es uns nicht schwer diesen Ausflug von der Liste zu streichen. Copacabana an sich hat nicht so viel zu bieten, finden wir, obwohl es viele Einheimische auch als Wochenendausflugsziel anzieht. Entsprechend viel ist am heutigen Freitagabend los und einige Anreisende suchen Unterkünfte. Wir hatten kein Zimmer vorgebucht, da wir nicht wussten ob wir es heute bis hier schaffen und so heißt es an Hotelrezeptionen Anfragen. Die günstigen scheinen alle ausgebucht zu sein und der Rest ist sehr schäbig oder einfach außerhalb des Budget. Preis-Leistung ist besonders auf der schmalen „Hauptstraße“ ziemlich schlecht. Als wir noch eine Unterkunft ansteuern, die wir zuvor online gesehen hatten, stolpern wir zufällig über eine nette Unterkunft. Super gut und unerwartet günstig! Vor Sonnenaufgang laufen wir nochmal ans Wasser, zu einem kleinen Leuchtturm, dem Bootsanleger und gehen noch eine Kleinigkeit essen. Nach Sonnenuntergang ist es richtig kühl und wir gönnen uns einen warmen Milchreis mit Zimt (aus Kanistern) zum Aufwärmen.

Am nächsten Morgen heißt es schon wieder früh raus und noch schnell Frühstück auf dem wuseligen Markt besorgen. Wir steigen in den nächsten Bus, der uns über die Grenze bis nach Puno bringt. Über die Grenze müssen wir laufen und schlafen dann noch ein bisschen im Bus.

Wir steigen um und fahren nun weitere 7 Stunden bis in unser heißgeliebtes Arequipa. Wir hatten uns unterwegs noch die riesigen, süßen „Nudeln“ gekauft, die es wie das Riesenpopcorn überall zu kaufen gibt und auch ähnlich schmecken.

Es ist schon spät und es regnet, als wir in unserem „zu Hause“ ankommen. Unsere nette Gastgeberin Patricia freut sich, dass wir noch 2 Nächte hier verbringen wollen bevor es weiter nach Lima geht. Wir sind nun auch wieder mit unserem zweiten Rücksack vereint (und wissen nach guten 2 Monaten auch nicht mehr was sich da so alles noch drin befindet!). Da wir euch schon so viele Bilder von Arequipa gezeigt haben, ersparen wir uns dies an dieser Stelle. Wir gehen an allen unseren Lieblingsspots nochmal essen und auch nochmal ins Gym. Patricia schenken wir vor der Abreise unsere warmen Klamotten, die sie und ihr Sohn brauchen können. Wir hätten sie ansonsten gern gespendet.

Auf die nächste Busetappe nach Lima, sage und schreibe 17 Stunden über Nacht, haben wir so gar keine Lust. Doch da müssen wir nun durch und haben uns immerhin einen komfortablen Platz bei Cruz del Sur gebucht. Der Verkehr ist chaotisch wie immer in einer Großstadt und wir brauchen mit dem Taxi noch eine Stunde bis ins Hotel für eine schöne Dusche und Zähneputzen. Eine Nacht verbringen wir noch ganz in der Nähe des Flughafens in einem etwas fragwürdigen Viertel. Bei Nacht sollte man hier eher nicht rumlaufen und wir sind von unserem Ausflug in die Stadt noch grad rechtzeitig zurück. Wir wollten noch ein paar Sachen erledigen und vorallem noch ein Mal die besten Churros der Welt essen. Da sie nur warm richtig gut schmecken und sich schlecht bis zum nächsten Tag aufheben, essen wir viel zu viele! Death by Churros!

Voller Vorfreude auf Costa Rica und die vielen Tiere laufen wir am nächsten Tag zum Flughafen. Die letzen Scheinchen geben wir für ein improvisiertes Frühstück beim Minimarkt aus und es kommt lustigerweise genau hin! Die vielen Reisetage haben uns ganz schön geschlaucht, aber nur ein Flug und eine weitere laaaange Busfahrt bis ans karibische Meer!

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