Rurrenabaque

Abgeschiedenheit im bolivianischen Amazonas

Wir werden schweißgebadet wach. Mittlerweile ist es Mittag und das Zimmer hat die Temperatur einer Sauna. Wir gehen kalt duschen und jetzt sind auch ein paar andere Gäste wach, und unser Host bringt uns direkt einen Standventilator. Wir können dennoch nicht aufhören zu schwitzen! Pablo ist Portugiese und lebt hier mit seiner Frau und 2 Kindern, eine ganz liebe Familie. Wir finden man merkt immer wenn die Besitzer europäische Wurzeln haben, Standard und Sauberkeit sind meist um Welten besser. Das „Perezoso“, übersetzt Faultier Hostel hat eine sehr gute Atmosphäre und auch der Ort Rurrenabaque versprüht seinen Charme. Die Leute sind total entspannt, super freundlich und der kleine Ort besteht wirklich nur aus ein paar dürftig errichteten, kleinen Häuschen. Wir können voll und ganz verstehen, warum Pablo sich direkt in diesen Ort verliebt hat und geblieben ist! Auch wir hätten gern einfach ein paar Tage mehr hier verbraucht und mit dem Roller die Gegend erkundet. Wir sind nun aber erstmal hungrig und laufen ins kleine Zentrum ein paar Blocks weiter. Wir springen bei 40 Grad von Schatten zu Schatten, sofern möglich, denn es ist zur Mittagszeit einfach unerträglich heiß und dazu noch die hohe Luftfeuchtigkeit. Sogar die Taxiroller haben eine Überdachung…das haben wir ja nicht mal in Asien gesehen! Bei Sonne und Regen sind Fahrer und Passagier bestens geschützt.

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Das empfohlene Restaurant hat heute leider geschlossen und so essen wir gegenüber ein Mittagsmenü. Die Suppe heizt uns zusätzlich ein und eigentlich ist es uns jetzt viel zu heiß irgendwas zu essen. Gegenüber auf der Straßenseite reihen sich ein paar Touranbieter aneinander. Wir hatten zwar vorher online recherchiert, wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat, aber wollten besser Vorort vergleichen und verhandeln. Über Dolphins haben wir kaum Bewertungen online gefunden, aber unser Host hatte den Eco-Touranbieter sehr empfohlen. Sie sind zertifiziert, recht neu und vorallem füttern sie keine Tiere an. Wir handeln einen guten Preis für eine kombinierte 4-tägige Tour in den Pampas und im Dschungel aus und schauen gar nicht mehr weiter. Morgen geht’s bereits los! 🤗

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Gegen Abend laufen wir los auf der Suche nach Kaimanen, die in einem Sumpfgebiet unweit der Stadt wohnen. So ganz wissen wir den Weg jedoch nicht und laufen zunächst parallel zum Rio Beni entlang. Hier wird grad ein Boot voll Bananen ausgeladen – frisch aus dem Dschungel sozusagen! Es sind aber die grünen Kochbananen, die zum rohen Verzehr ungeeignet sind. Im Dorf hätten wir fast welche gekauft, doch die nette Verkäuferin erkannte direkt das wir zwei Gringos keine Ahnung hatten und erklärt uns das wir die zunächst kochen müssen. Wir finden keine „Essbananen“ im Dorf, aber bei jedem bestellten Gericht im Restaurant ist Kochbanane mit auf dem Teller. Da wir normalerweise sowieso fast jeden Tag Bananen essen, da sie günstig und einfach praktisch zum mitnehmen sind bzw es sie an jeder Ecke zu kaufen gibt, können wir auch mal auf die andere Variante wechseln. 🍌

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Wir laufen also weiter und fragen ein paar Einheimische, weil die Sonne schon recht tief steht. Bevor es wegen dem Gesuche noch dunkel wird schnappen wir uns ein TukTuk, welches uns zielsicher zum Tümpel bringt. Wir haben jedoch heute kein Glück und außer ein paar Kinder beim Fischen und Vögel sehen wir nichts. Wir laufen zurück ins Dorf und schauen uns ganz neugierig die kleinen Holzhütten und deren Bewohner auf dem Weg zurück an. Ein Holzhaus wird gerade ausgeräuchert, so bleiben Stechmücken und Krabbelviecher fern. Kinder, Hunde und Hühner laufen aufgeregt ums Haus.

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Die Sonne senkt sich über dem Rio Beni und ein wenig Nebel verleiht dem Dorf eine mystische Atmosphäre. Kennt ihr vielleicht den Film „Jungle“, der hier im Amazonas am Rio Beni und in Rurrenabaque spielt? Wir haben ihn vor kurzem nochmal gesehen und freuen uns durch diese urige „Kulisse“ zu laufen.

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Zurück im Dorf stolpern wir zufällig über eine recht gut besuchte Pizzeria. Hätten wir gar nicht erwartet, dass Pizza bei Bolivianern so beliebt ist und schon gar nicht hier! Klar gibt es hier auch Touristen, Touranbieter und ein paar kleine Läden, die Outdoorbedarf und Mückenspray verkaufen, aber der Massentourismus ist hier bei weitem noch nicht angekommen. Keiner versucht einem etwas aufzuschwatzen und die Leute hier sind noch richtig interessiert wo wir herkommen und wohin wir reisen, einfach super herzlich die Dorfbewohner. Wir bestellen eine riesige Pizza – typisch europäisches Essen bevor es in den Dschungel geht…wer weiß was es dort zu essen gibt? Dazu gibt es hausgemachte Zitronenlimonade, die wie Slushi halbgefroren ist. Richtig erfrischend, denn so wirklich abgekühlt ist es noch nicht. Voller Vorfreude auf die nächsten Tage genießen wir unsere Hänkersmahlzeit!

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