Salar de Uyuni

Ausflug in die größte Salzwüste der Welt

Obwohl der Bus normalerweise nur 3 Stunden braucht, sind wir fast 5 Stunden nach Uyuni unterwegs. Wir halten zwischendurch für eine Mittagspause und kaufen frischen Ziegenkäse, der von den Locals hergestellt wird. Das einige Verkäufer Essen und sonstige Waren im Bus anbieten sobald er anhält, ist in Bolivien ganz normal. Wir kaufen Tamales, ein perfekter Bussnack im Maisblatt. Am nächsten Busstop werden wir ungeplant in einen Minivan verfrachtet, dennoch sind wir nicht schneller und werden von allen anderen Fahrzeugen überholt… Neben uns sitzt nun eine Bolivianerin, der Simon mit ihrem Gepäck geholfen hat. Ihr einjähriger Sohn ist super neugierig und wir bespaßen ihn auf der weiteren Fahrt.

Die Stadt Uyuni selbst hat recht wenig zu bieten und so halten wir nach Ankunft erstmal Ausschau nach einem Gym. Dies wird zwar nun auf der Höhe von fast 4000m kein leichtes Workout, aber da Tupiza kein Gym hatte, ist das Training nun überfällig. Wir versuchen auf der Reise jeden dritten Tag ein Gym zu finden. Wir kaufen auf dem Markt vorher noch schnell ein paar Lebensmittel, damit wir später noch Gemüse und Nudeln mit dem frischen Ziegenkäse essen können. Sooo lecker und gar nicht so stalling wie in Deutschland!

In vielen bolivianischen Badezimmern ist der „Durchlauferhitzer“ im Duschkopf integriert. Im Hotel in Uyuni haben wir ein besonders sicheres Exemplar dieses Modells, denn der Neutralleiter hängt einfach ohne Erdung in der Dusche rum. Wir hatten dennoch ein warmes Duscherlebnis, ohne Stromschlag…

Am nächsten Morgen laufen wir zum Touranbieter rüber, bei dem wir gestern 2 Plätze für den Ausflug in die Salzwüste gebucht haben. Noch nie haben wir so viele Geländewagen an einem Ort gesehen, die ganze Stadt steht voll davon! Zum Glück haben wir eine nette Gruppe bestehend aus 2 Kolumbianern und einem französischen Pärchen auf Weltreise. Wir haben die etwas günstigere, spanische Tour gebucht, was definitiv eine gute Wahl war. Denn obwohl für die meisten Europäer in der beginnenden Regenzeit Nebensaison ist, wird Uyuni nun von Asiaten überschwemmt. Wie schlimm wäre der Tag mit einer Gruppe Chinesen in der englischen Tour gewesen! 🙈 Die Asiaten reisen allerdings nur an, wenn es bereits geregnet hat und sich die Salzwüste in einen riesigen Spiegel verwandet. Dies ist für die fotosüchtigen Asiaten das Highlight in Bolivien und wir treffen ein südkoreanisches Paar im Hostel, dass gleich eine ganze Woche in Uyuni gebucht hat. Wir können uns auf jeden Fall glücklich schätzen, dass in der Nacht vor der Tour ein heftiges Gewitter runter kam und wir Zeugen von dem Naturschauspiel werden dürfen. Neben der Salzwüste sind nun jedoch auch viele Straßen raus aus der Stadt komplett überflutet und selbst mit Geländewagen nicht passierbar.

Wir bahnen uns einen Weg aus dem Ort und halten beim ersten Stop, dem Zugfriedhof. Hier ist ganz schön was los! Wir klettern über ein paar rostige Wagons und schießen ein paar Fotos, so wie alle Touris hier. Wir kaufen ein kleines Wolllama, dass später Fotomotiv für ein paar lustige Bilder werden soll. Irgendwie hatten wir vorher nicht daran gedacht etwas zu besorgen.

Dann geht es weiter in ein kleines Örtchen mit 1001 Souvenirshops. Keiner aus unserer Gruppe ist interessiert hier einzukaufen und so nutzen wir die Zeit uns besser kennenzulernen. Dann geht es endlich weiter Richtung Salzwüste! Bevor wir hinein fahren, werden wir alle mit ein paar Gummistiefeln ausgerüstet. Wir watscheln in den heißen Tretern vorbei an ein paar Quellen, die unterm Salz sprudeln, und schießen die ersten Spiegeleffekt-Fotos. In der Ferne entdecken wir sogar 3 Flamingos.

Das illegale Salzhotel mitten in der Salzfläche wird nicht bewohnt, drumherum sammeln sich jedoch die Geländewagen der Touren und bereiten Mittagessen vor. Im Kofferraum wird ein kleines, aber leckeres Buffet aufgebaut. Wir stärken uns für den weiteren Foto- und Videomarathon.

Bewaffnet mit dem klassischen Dino, schickt uns der Guide in die Salzwüste. Wir versuchen mit Dino und Llama ein paar lustige Bilder zu inzidieren, aber uns fehlt die Erfahrung und das Salz spiegelt so sehr, dass man kaum etwas auf dem Display erkennen kann. Schnell steht jedoch fest, dass das Lama auf jeden Fall zu klein ist und daher nur vom Dino gefressen werden kann.

Unser Guide kommt uns abholen und er hat die nötige Erfahrung für ein paar lustige Bilder. Bewaffnet mit unseren Handys ist er heute nicht nur Fahrer und Koch, sondern auch ambitionierter Fotograf. Hier zunächst ein „behind the scenes“ Beweisfoto.

Wir halten noch 2/3 Mal und machen Fotos und Fotos und Fotos. Wenn kein Wasser die Salzwüste bedeckt, führt die Eintagestour noch zu einer Insel in der Salzwüste und zu einem Aussichtspunkt um den Vulkan Tunupa zu sehen. Das Wasser lässt einen aber nur langsam voran kommen und die Fahrt ist nicht ganz ungefährlich. Wir sind den Rest des Tages also nur mit Spiegeleffektfotos machen beschäftigt und dies kann ganz schön ermüdend sein. Dennoch lohnt es sich und wir konnten ein paar coole Aufnahmen machen. Da es sich gegen Abend schon wieder sehr zuzieht und ein neues Gewitter in Anmarsch ist, wird es leider nix mit spektakulärem Sonnenuntergang. Platt von dem langen Tag und hungrig bitten wir den Guide uns bereits eine halbe Stunde früher wieder zurück nach Uyuni zu fahren.

Besonders lustig fanden wir die Gruppenvideos, die unser Guide aufgenommen hat. Wir haben die für euch in einem Video zusammengeschnitten:

Nach einem langen Tag kehren wir abends platt und völlig verbrutzelt zurück ins Hotel. Obwohl wir uns gut eingecremt und möglichst viel bedeckt hatten, sind die vielen Stunden auf der Salzfläche nicht spurlos an uns vorüber gegangen. Das Salz reflektiert die Sonne extrem und so haben wir uns Stellen verbrannt, an die sonst wenig Sonne kommt… den Hals und hinter den Ohren. Wir cremen mit Bepanthen, doch dennoch tut das Liegen auf der Seite ganz schön weh. In ein paar Tagen werden wir uns wie die Schlangen schälen…

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