Ho-Chi-Minh Road

über Khâm Dúc nach Kon Tum

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Unsere nächste Station ist die erste auf der Ho-Chi-Minh Road, eine der schönsten Panoramastrecken Vietnams. Wir fahren fast entlang der Grenze zu Laos durch eine Berglandschaft dicht mit Dschungel bewachsen und entlang breiter Flüsse. Nicht zu unrecht darf sich die Ho-Chi-Minh Road, die von der chinesischen Grenze im Norden bis an den südlichsten Zipfel Vietnams verläuft, vermutlich die schönste Motorradstecken Südostasiens nennen.

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So sehen wir also voll bepackt aus, bei einem kleinen Stop an einem Wasserfall gleich neben der Straße. Es gibt aber immerhin Leute mit noch mehr Gepäck!

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Als wir losfahren ist der Himmel zugezogen und es ist ohne Sonne super angenehm zu fahren. Fast hätten wir unseren Rucksack, der oben auf den Koffer gespannt ist, verloren. Ein Autofahrer macht uns drauf aufmerksam, dass er hinten runterbaumelt…nochmal Glück gehabt! Außer einer der zwei Wasserflaschen haben wir nichts verloren und ab jetzt wird der Rucksack mit höchstens 1 Flasche doppelt gesichert. Wir kaufen unterwegs doch noch 2 Regenponchos, weil wir Angst haben in den Bergen nass zu werden. Bisher haben wir sie nur mal kurz Probegetragen und es soll bisher der einzige bewölkte Tag der bisherigen Motorradtour sein.

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Wir fahren durch ein paar kleine Dörfchen und werden nach dem Mittagessen auf einen Kaffee eingeladen. Ein bisschen Verständigung mit dem Besitzer des Cafés (wenn man das überhaupt so nennen darf) klappt mit Zeichensprache und er will uns noch mit auf den Weg geben, dass wir ja nicht im Dunkeln fahren sollen. So lieb hier die Einheimischen fernab des ausgetrampelten Touristenpfads.

Ab und zu kommen wir durch ein kleines Dorf und es wird an der Straße verkauft, was so im Garten wächst. Ein Dorf verkauft ausschließlich Jackfruit und da muss Simon zuschlagen. Allerdings ist wohl die ausgesuchte, kleine Jackfruit nicht richtig reif, deutet die Verkäuferin an und schneidet ein großes Stück der besten Frucht ab…3kg bringt es auf die Waage und wird für 1,20 EUR eingetütet. Da die Frucht nun offen ist und es vermutlich keinen Kühlschrank gibt, wird direkt davon gegessen. Uns werden zwei Plastikstühle angeboten und Simon isst sich mit der Verkäuferin und der neugierigen Nachbarin gleich den Bauch voll, bevor wir weiterfahren. Ulrike mümmelt an ihrer eingepackten Möhre, da sie ja leider allergisch auf Jackfruit ist. Simon muss nun also die nächsten 3 Tage je ein Kilo verspeisen und hat es auch fast geschafft. 😂😂😂 #jackfruitliebe

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Wir kommen gegen Abend in Khâm Dúc an, einem überschaubar kleinen Örtchen mit vielen freundlichen, neugierigen Vietnamesen. Nicht das wir 2 Europäer schon genug auffallen würden…das Motorrad ist überall ein Blickfang. Viele Männer wollen auch mal Probe sitzen oder schauen sich die Maschine von allen Seiten an. Männer und eine Schwäche für PS ist doch überall auf der Welt gleich. Auf dem Markt kaufen wir ein bisschen Obst und Gemüse als Wegeproviant für den nächsten Tag. Bei den gegrillten Hühnerfüßen müssen wir allerdings passen! 😂 Auf Empfehlung des Gästehauses gehen wir lieber Bánh Xèo essen. Dies sind Reispfannkuchen, die man mit Salat und Kräutern in Reispapier einrollt und in Erdnusssauce tunkt. Köstlich und kommt auch auf die Liste der Lieblingsgerichte.

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Die Besitzerin des Gästehauses bietet Yogastunden für alle Gäste an. Zum Glück darf ich statt um 5 Uhr mit dem einzigen israelischen Nachbarn um 8 Uhr morgens zum Yoga kommen – Simon verpasst seine Chance mal Yoga auszuprobieren! 😜

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Nach einem schnellen Frühstück schwingen wir uns wieder aufs Motorrad, denn unser nächstes Ziel Kon Tum ist 200km entfernt. Wir stoppen unterwegs ziemlich oft, um die Aussicht zu genießen und natürlich in einem der tollen Hängemattencafés – das müsste es doch mal in Deutschland geben! Manche Cafés bestehen ausschließlich aus Hängematten und kleinen Tischen daneben. Wir finden es super gemütlich!

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keine Fußgängerbrücke! Zum Glück nicht unsere Route…

Urspünglich hatten wir geplant nur 1 Nacht in Kon Tum zu bleiben und gleich am nächsten Morgen weiterzufahren. Uns tut allerdings der Hintern schon ein bisschen weh und es ist so gemütlich im Homestay. Außderdem wohnt hier ein süßer kleiner Welpe, der nach ein paar Anlaufschwierigkeiten schließlich vertrauen zu uns fasst und entweder hungrig oder in Spiellaune ist.

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Es gibt unheimlich viele kleine Dorfgemeinschaften ethnischer Minderheiten um Hochland um Kon Tum, die es trotz Modernisierungen dennoch schaffen ihre Traditionen aufrecht zu erhalten. Wir lernen sehr viel über ihre Lebensweise und erkunden 2 Dörfer mit Duong. Das Dorfgemeindehaus hat eine einzigartige Architektur und je höher das Dach ist, desto wohlhabender ist die Gemeinde. Häuser sind gebaut aus Lehm und Stoh, unter einigen Häusern ist gleich der Kuhstall. Ziegen und Hühner laufen durch das Dorf, alte Frauen sitzen beisammen vor den Häusern und Kinder baden unten am Fluss. Wir sind fasziniert wie dies gleich neben einer recht modern entwickelten Stadt noch so ursprünglich existieren kann.

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Gemeindehaus

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Stall unterm Lehmhaus

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christliche Kirche im Dorf – Einflüsse aus der französischen Kolonialzeit 

Letztendlich verbringen wir fast den ganzen Tag mit Duong und haben schnell Freundschaft geschlossen. Da er Englischlehrer ist und nur abends 2 Stunden unterrichtet, hat er Zeit uns die schönsten Orte zu zeigen und wir gehen am Spätnachmittag im Fluss schwimmen.

0485A019-30FE-4AB4-B4C0-FCFA1AA4E5C4Als Dank für seine Gastfreundschaft laden wir ihn zum Abendessen ein und er zeigt uns sein Lieblingsladen für unser Lieblingsgericht Bún Thịt Nướng. Zum traditionell Vietnamesischen Nachtisch „Sinh To“ kommt noch ein Lehrerkollege von ihm dazu. Welch ein schöner, ungeplanter Tag mit ganz viel vietnamesischer Gastfreundschaft!!!